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Vor 25 Jahren wurde die Schülerin Nicole-Denise Schalla ermordet. Darum geht es jetzt am Dortmunder Schwurgericht.

Landgericht Dortmund: 

Schalla-Prozess: Konnte Ralf H. überhaupt eine Frau erwürgen?

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In den 70er-Jahren wurde der Angeklagte aus Castrop-Rauxel zweimal an der Hand operiert. Was hatte das für Folgen? Die Aussagen eines Arztes dürften dem 53-Jährigen nicht gefallen. 

Dieser Auftritt war mit Spannung erwartet worden: Im Prozess um den Mord an der Schülerin Nicole-Denise Schalla vor über 25 Jahren waren die Blicke am Montag auf Dr. Wolfram Teske gerichtet. Der leitende Arzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie am katholischen Krankenhaus Hagen sollte für die Richter am Dortmunder Schwurgericht weit in die Vergangenheit blicken. Die Frage: War der Angeklagte nach zwei Hand-Operationen überhaupt in der Lage, vor rund 25 Jahren eine Frau zu erwürgen?

Keine Hinweise auf Beeinträchtigungen

Die Antwort wird Ralf H. nicht gefallen haben. „Man kann davon ausgehen, dass die Verletzungen weitgehend funktionell folgenlos ausgeheilt sind“, so Teske. Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Handlungsfähigkeit der Hände seien nicht ersichtlich. Genauso wenig gebe es Anzeichen für eine jahrelange Schonhaltung. Das Problem ist allerdings, dass es von den Operationen aus den 1970er-Jahren keinerlei Unterlagen mehr gibt – weder Arztberichte noch Röntgenbilder. Trotzdem, so der Arzt, entspreche der heutige Befund mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dem damaligen Zustand. „Es konnte nicht festgestellt werden, dass die unfallbedingten Folgen zu Beeinträchtigungen geführt haben.“

Der Facharzt für Handchirurgie hatte Ralf H. Ende Juli im Gefängnis besucht und begutachtet. Genau damit war der Angeklagte jedoch nicht zufrieden. Er warf dem Mediziner vor, ihn überhaupt nicht richtig untersucht zu haben. Auch habe er seine Schmerzen bei Bewegungs-Tests der Daumen nicht ernst genommen.

Wie viel Kraft allerdings überhaupt erforderlich ist, um einen Menschen zu erwürgen, ist unklar. Dazu gibt es laut Dr. Wolfram Teske keine Untersuchungen. Für den Bruch des Zungenbeins sei allerdings nur wenig Kraft erforderlich.

Er beteuert seine Unschuld

Ralf H. (53) droht im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft. Außerdem könnte die anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet werden. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren wäre damit dann praktisch ausgeschlossen. Er selbst beteuert weiterhin seine Unschuld, wird aber von DNA-Spuren belastet.

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