Dortmund-Tatort

WDR-Chef Buhrow kontert OB Sieraus Tatort-Wutbrief/ OB lädt daraufhin zum Gespräch

Die Antwort von WDR-Intendant Tom Buhrow auf den Wutbrief von Oberbürgermeister Ullrich Sierau zum letzten Dortmund-Tatort ließ nicht lange auf sich warten. Der WDR-Chef ist erstaunt.

Am Mittwochnachmittag (23.1.) flatterte die Antwort von WDR-Intendant Tom Buhrow als E-Mail ins Büro von Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Buhrow weist darin die Kritik Sieraus an der jüngsten Tatort-Folge "Zorn" und dem Dortmunder Tatort allgemein deutlich zurück.

Natürlich habe er "Verständnis dafür, dass ein Oberbürgermeister sich für seine Stadt und seine Bürgerinnen und Bürger stark machen muss", eröffnete Buhrow das Schreiben, das dieser Redaktion vorliegt. Gleichzeitig stellt der WDR-Intendant klar: "Aber ein Tatort hat nicht die Aufgabe, das Image einer Stadt oder einer Region aufzupolieren. Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut. Und ich habe erstaunt zur Kenntnis genommen, dass Sie gleich den ganzen Dortmunder Tatort loswerden wollen."

Die nächste Folge spielt unter Ärzten im Klinikum

OB Sierau hatte in seinem Wutbrief Brief an Buhrow die Folge "Zorn" als klischeehaft und als "Mobbing" gegenüber Stadt und Bewohnern kritisiert und gefordert, auch ein Krimi-Drehbuch müsse "ein Mindestmaß an Bezug zur Realität vorweisen". Doch "Zorn" sei "eine plumpe Darstellung ohne jedwede regionalen Kenntnisse."

Der WDR sei "gut und fest in Dortmund verankert", kontert Buhrow. "Deshalb bilden wir die Stadt im Tatort auch vielschichtig ab, am Phoenixsee, im Westfalenpark, im Dortmunder U." Buhrow weist auch darauf hin, dass der nächste, bereits abgedrehte Dortmund-Tatort im Klinikum Dortmund spielt.

Andere Städte hätten gern einen Tatort

Wenn er in Nordrhein-Westfalen unterwegs sei, so der WDR-Chef weiter, werde er von verschiedenen Städten angesprochen, die "so gerne einen Tatort hätten." Gerade erst in Aachen, bei der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags zwischen Frankreich und Deutschland, habe sogar NRW-Minister-Präsident Armin Laschet angeregt, die Tatort-Kommissare mal bei unseren Nachbarn in Frankreich ermitteln zu lassen.

Buhrow an Sierau: "Ich frage mich, ob es wirklich im Sinne der Dortmunderinnen und Dortmunder ist, wenn Sie sagen, dass Sie das erfolgreiche Team um Kommissar Faber gerne ziehen lassen würden."

Und ab zum nächsten Schlagabtausch

OB Ullrich Sierau bedankte sich am Donnerstag für die Antwort und werde den Brief zum Anlass für ein Gespräch mit Tom Buhrow nehmen, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt.

Dabei werde es um das Thema Freiheit der Kunst gehen, die der OB nicht beschneiden wolle. Diese Freiheit müsse andererseits aber unter anderem auch Respekt vor Städten, ihren Bewohnern/Innen und den Gegebenheiten vor Ort beinhalten. Freiheit bedeute auch Verantwortung, so der OB.

Sierau sei daran gelegen, diesen Dialog zu führen. Er würde sich freuen, wenn Tom Buhrow nach dem persönlichen Austausch eine Einladung zum öffentlichen Dialog nach Dortmund annehmen würde.

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