SPD in Dortmund

Wenig Beifall für Martin Schulz als Außenminister

Dortmund - Die Nachricht, dass der SPD-Vorsitzende Martin Schulz Außenminister werden soll, traf am Mittwoch bei der Dortmunder SPD nicht auf ungeteilte Zustimmung. Die Genossen begrüßen aber die Trennung des Ministeramtes vom Parteivorsitz.

Wir haben mit Dortmunds bekanntesten Genossen über die GroKo und Martin Schulz als Außenminister gesprochen:

Das sagt die Parteivorsitzende Nadja Lüders:

"Ich hoffe, er hat mit Gabriel geredet", sagte süffisant die Dortmunder Parteivorsitzende Nadja Lüders in einer ersten Reaktion mit Blick auf den amtierenden SPD-Außenminister. Schulz könne Europa, fügte sie hinzu, vertrete klare Positionen zu Trump, Putin und Erdogan. "Ich trau ihm das zu", sagte Lüders, "doch darum geht es gar nicht." Weil sie gegen eine weitere Große Koalition sei, stelle sich die Frage für sie nicht. Sie erschüttere nur, dass solch eine Personalie "wieder die Schlagzeile ist".

Das sagt Norbert Schilff (Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion):

Der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Norbert Schilff, hatte es soeben aus dem Radio erfahren, als er sagte: "Generell halte ich es nicht für gut, wenn ein Parteivorsitzender in der Regierung sitzt. Das tut einer Regierung nicht gut.". Da wusste Schilff noch nicht, dass Andrea Nahles den Parteivorsitz übernehmen soll.

Das sagt die Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann:

"Meine Präferenz wäre gewesen, dass Schulz Parteivorsitzender bleibt und Andrea Nahles in die Regierung geht." Poschmann wollte die für Mittwochabend terminierte Diskussion innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion nicht vorwegnehmen, nur soviel: "Ich finde es gut, dass man Ministeramt und Vorsitz trennt."

Das sagt der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow, Gegner einer GroKo-Neuauflage, zeigte sich enttäuscht von den Koalitionsvereinbarungen. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte er, einige Bereiche zeigten eine sehr konservative Handschrift, in anderen Bereichen würden Pflaster verteilt, wo eigentlich deutliche Veränderungen her müssten. "Darüber darf auch eine Verschiebung bei den Ministerien nicht hinwegtäuschen, denn am Ende zählen die Inhalte."

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