Das "Schwarzbuch" listet rund 100 Beispiele für Verschwendung auf.
+
Das "Schwarzbuch" listet rund 100 Beispiele für Verschwendung auf.

"Schwarzbuch" prangert Verschwendung an

Zickzack-Design für 12 Millionen Euro - was dem Steuerzahlerbund im Ruhrgebiet auffiel

  • Thomas Bartel
    vonThomas Bartel
    schließen

Das Mautdebakel ist das größte Desaster für Steuerzahler im Jahr 2019 - doch das ist längst nicht alles.

Der Bund der Steuerzahler hat die Geldverschwendung deutscher Behörden angeprangert und die gescheiterte Pkw-Maut scharf kritisiert. Das Maut-Debakel sei nicht nur eine große politische Blamage, sondern vor allem bitter für die Steuerzahler, hieß es bei der Vorstellung des neuen "Schwarzbuchs" am Dienstag in Berlin. Neben Vorbereitungskosten von rund 83 Millionen Euro stünden Schadenersatzforderungen der gekündigten Auftragnehmer von mehreren hundert Millionen Euro im Raum.

In seinem "Schwarzbuch" listet der Steuerzahlerbund rund 100 Beispiele für Verschwendung auf. Bund, Länder und Kommunen seien in zahlreichen Fällen sorglos mit dem Geld der Bürger umgegangen, kritisiert der Verband. Beispiele gibt es auch aus unserer Region: 

Umstrittene Brücke

DORTMUND: Eine Fußgängerbrücke im Zickzack-Design soll in Dortmund die Bürger verzücken. Eigentlich sei der Entwurf nach breiter Kritik auf Eis gelegt worden. Doch nun solle die umstrittene Brücke doch gebaut werden - aber nicht mehr für 3,7 Millionen, sondern für 12,1 Millionen Euro.

Unnötige Aussichtsplattform

ESSEN: Mit 25.300 Euro vergleichsweise günstig kommen den Steuerzahler zwei Aussichtsplattformen auf der Brehminsel in Essen. Der Bund der Steuerzahler ärgert sich trotzdem. Denn den gleichen Ausblick gibt es vom Wegesrand aus gratis.

Konturen einer Wallanlage

MOERS: Die Konturen einer 450 Jahre alten Wallanlage werden in Moers in Skulpturen aus rostrotem Metall nachempfunden, berichtet der Verband. Mehr als 100.000 Euro habe dies die hoch verschuldete Stadt gekostet.

Teure Stadtwerke-Geschäftsführer

MÜNSTER: Die Stadt Münster hat sich von beiden Stadtwerke-Geschäftsführern getrennt. Einer von ihnen habe 1,2 Millionen Euro Abfindung erhalten. Wie viel es beim zweiten waren, sei bislang nicht verraten worden. Der Interimsgeschäftsführer erhalte derweil monatlich zwischen 20.000 und 25.000 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Karneval mit Mundschutz und Abstand? Das haben die Jecken in Marl vor
Karneval mit Mundschutz und Abstand? Das haben die Jecken in Marl vor
Exhibitionist belästigt Frauen in Gelsenkirchen - die Polizei bittet um Hinweise
Exhibitionist belästigt Frauen in Gelsenkirchen - die Polizei bittet um Hinweise
Planung der Saison 2020/2021 liegt auf  Eis - SV Horneburg steht vor ungewisser Zukunft
Planung der Saison 2020/2021 liegt auf  Eis - SV Horneburg steht vor ungewisser Zukunft
Gute Nachrichten für Nutzer der Stadtbibliothek - es gibt einen neuen praktischen Service
Gute Nachrichten für Nutzer der Stadtbibliothek - es gibt einen neuen praktischen Service
Strom weg, Loch gebuddelt, neues Problem: Jetzt steht die Baustelle seit Wochen still
Strom weg, Loch gebuddelt, neues Problem: Jetzt steht die Baustelle seit Wochen still

Kommentare