Dortmunder Einkaufszentrum

Nach Böller-Explosion in Thier-Galerie: Polizei entlässt Tatverdächtige aus Gewahrsam

Wegen einer Böller-Explosion verließen am Samstag hunderte Besucher die Thier-Galerie. Die Polizei hat vier Jugendliche wieder aus dem Gewahrsam entlassen - tatverdächtig sind sie weiterhin.

Der Samstag (15. 12.) vor dem dritten Advent in der Thier-Galerie mitten in Dortmund: Das Einkaufscenter ist gegen 17.35 Uhr gerammelt voll, als im Untergeschoss mindestens ein Feuerwerkskörper explodiert.

Mehrere hundert Kunden laufen verängstigt aus dem Gebäude, weil sie Schüsse oder Schlimmeres befürchten. Nach derzeitigem Stand geht die Polizei von mehr als zehn leicht Verletzten aus: durch Schock, Knalltrauma, oder weil sie sich beim Hinauslaufen wehgetan haben.

Tatverdächtige wurden gefesselt zur Polizei gebracht

Wie sich schnell herausstellte, war eine Gruppe Jugendlicher für die Explosion verantwortlich. Sie sollen einen oder mehrere Böller gezündet und dann geflüchtet sein. Ausgestattet mit von Zeugen erstellen Fotos und Videos der Tatverdächtigen sei die Fahndung schnell erfolgreich gewesen, wie die Dortmunder Polizei am Sonntagvormittag mitteilte. Im Bereich der Humboldstraße in der Innenstadt wurden am frühen Samstagabend vier Jugendliche aus Dortmund festgenommen. Zwei 14- und zwei 15-Jährige.

Aufgrund "nicht nachlassender Aggressionen" gegenüber den Einsatzkräften seien sie letztlich gefesselt zur Polizeiwache gebracht worden. Gegen die bereits mehrfach polizeilich bekannten Jugendlichen werde wegen gefährlicher Körperverletzung in mehreren Fällen ermittelt, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Zudem sei ein Strafverfahren gegen einen fünften Tatverdächtigen eingeleitet worden.

Die vier 14- beziehungsweise 15-Jährigen sind allerdings inzwischen nicht mehr in Gewahrsam. Wie ein Sprecher der Polizei-Leitstelle am Sonntagvormittag mitteilte, kamen sie nach ihrer Vernehmung am Samstagabend "in Ermangelung an Haftgründen" wieder auf freien Fuß. Auch wenn keine Haftgründe vorliegen: Als tatverdächtig gelten die vier Jugendlichen weiterhin.

Weitere Geschädigte können sich bei der Polizei melden

Stand Sonntagmorgen geht die Polizei von mehr als zehn leicht verletzten Personen aus. Zwei von ihnen mussten zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Weitere Geschädigte können sich unter der polizeilichen Notrufnummer 110 oder bei jeder Polizeidienststelle melden und dort Angaben zum Geschehen und den erlittenen Verletzungen machen.

Bei der Polizei laufen am Sonntag die Ermittlungen zu dem Vorall in der Thier-Galerie weiter. Dazu werten die Ermittler auch Fotos und Videos aus, die in den sozialen Medien gepostet wurden.

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