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Die Schleuse Henrichenburg wird gesperrt. Hier ein Bild der Revisionsarbeiten im vergangenen Jahr.

Dortmunder Hafen

Schleusen-Sperrung: So viele Lkw sind nötig, um die Schiffe aufzufangen

Waltrop - Schon wieder fällt die Schleuse Henrichenburg wochenlang aus. Vom kommenden Samstag an stehen bis mindestens 31. Juli umfangreiche Revisionsarbeiten an. Anders als bei der unsäglichen Brücken-Baustelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Duisburg-Meiderich vor dem Schiffshebewerk in Waltrop sind Bürger zwar nicht direkt von der Schleusen-Sperrung betroffen, indirekt aber schon.

Schließlich müssen die Güter, die nicht über den Wasserweg zum oder vom Dortmunder Hafen – hier endet der Dortmund-Ems-Kanal – transportiert werden können, über andere Wege ihr Ziel finden. Zum Beispiel über die Straße. Laut der Dortmunder Hafengesellschaft fallen allein 20.000 zusätzliche Lkw-Transporte an, wenn die Schleuse Henrichenburg an 36 Tagen im Jahr ausfällt. Die aktuelle Sperrung soll 47 Tage andauern, im vergangenen Herbst waren es schon einmal 26 Tage.

Viele Schleusen sind marode

Dass die 190 Meter lange Schleuse Henrichenburg erneut für einen langen Zeitraum gesperrt werden muss, liegt im schlechten Zustand des Bauwerks begründet. Denn bei der geplanten Revision im Herbst waren am Untertor Risse aufgefallen, die zunächst aufwendig geschweißt werden mussten.

Das Waltroper Bauwerk aus dem Jahr 1989 ist damit in bester Gesellschaft. Fast die Hälfte aller Schleusenanlagen in NRW sind laut Wasser- und Schifffahrtsverwaltung älter als 80 Jahre, in besonders schlechtem Zustand seien dabei die sechs Schleusen des Wesel-Datteln-Kanals.

Zurück zur Schleuse Henrichenburg: Die ist von montags bis freitags rund um die Uhr in Betrieb, samstags und sonntags von 0 bis 22 Uhr. Etwa 15 Binnenschiffe werden hier durchschnittlich am Tag geschleust. Dieses Pensum wird nach dem 31. Juli noch lange nicht möglich sein. Weil die Elektronik der Schleuse dann überarbeitet wird, muss „komplett per Hand“ geschleust werden, wie Tobias Knopp vom Schifffahrtsbüro erklärt. Heißt: Zwei Mitarbeiter werden die Anlage in den Katakomben, 17 Meter unter der Erde, mit Muskelkraft bedienen und etwa die Tore entriegeln. Normalerweise wird die Schleuse in Waltrop „per Knopfdruck“ von der Leitzentrale in Herne-Ost bedient.

Was ist mit dem "neuen Hebewerk"?

Etwa 7,5 Stunden soll die Anlage im Notbetrieb zur Verfügung stehen. Schleus-Beginn: 18 Uhr. Allerdings seien das noch vorsichtige Planungen, sagt Tobias Knopp. Er rechnet damit, dass in dieser Zeit sieben bis acht Schiffe geschleust werden können, wenngleich der Vorgang weitaus länger als die üblichen 35 bis 40 Minuten dauern wird.

Die Dortmunder Hafengesellschaft fordert unterdessen seit Langem, eine zweite Möglichkeit zu schaffen, damit Schiffe die 13,50 Meter Höhenunterschied überwinden können. Theoretisch gibt es die mit dem neuen Schiffshebewerk auch. Das 2005 stillgelegte Bauwerk müsste jedoch aufwendig überholt werden. Geschätzte Kosten: zwischen 8 und 15 Millionen Euro.

Was es mit der Hebewerk-Brücke auf sich hat leses Sie hier noch einmal:

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