Dortmunder Kinderprinzenpaar

Karnevalsjugend stellt Max I. und Charlotte I. vor

DORTMUND - Die Karnevalsjugend Dortmund hat am Mittwoch im Hotel Drees das Kinderprinzenpaar der nächsten Session vorgestellt: Max I. und Charlotte I. verbindet eine besondere Geschichte.

Es ist natürlich drollig und irgendwie süß, wie die beiden Grundschüler am Mittwochnachmittag, gefolgt von ihrem "Hofstab" und begleitet vom Marsch-Klatschen der Besucher, im Hotel Drees an ihren Platz in der Tafelrunde ziehen: schick gemacht in Kleid und Hemd, mit eiligen Schritten und unendlich stolz lächelnd.

Dieses Kinderprinzenpaar - Max I. und Charlotte I. -, das im November sein Amt antritt, ist ein wirklich besonderes: denn die Beiden kennen sich schon seit dem Kindergarten - und kommen zudem aus dem selben Karnevalsverein, in dem auch ihre Eltern aktiv sind. Ihre Geschichte ist dabei nicht nur beinahe schon prototypisch für den Einfluss familiärer und gesellschaftlicher Tradition - sie ist vor allem die Geschichte einer dicken Freundschaft.

Sohn kurz nach der Geburt "vorgemerkt"

Max Maevus (8) ist in seiner Familie sozusagen Würdenträger in der dritten Generation, nachdem sein Großvater Klaus Maevus zum Präsidenten der Narrenzunft gewählt wurde und sein Vater Maik Maevus zum 1. Vorsitzenden. Letzterer "merkte" seinen Sohn schon wenige Stunden nach dessen Geburt als möglichen zukünftigen Prinzen "vor", und der erfuhr davon erst vor ein paar Jahren.

Er sei "überrascht" gewesen, sagt Max und grinst ein bisschen. Denn irgendwie freut er sich auch: Vor zwei Jahren war er Adjutant des damaligen Prinzen und durfte den Koffer mit den Orden tragen, "und eigentlich dachte ich da zum ersten Mal, dass es bestimmt Spaß macht, Prinz zu sein", sagt er.

"Ich habe sie ein bisschen vermisst"

Charlotte Bullert (9) dagegen war schon seit etwa einem Jahr nicht mehr aktiv im Karnevalsverein: früher tanzte sie als Funkemariechin, dann zog sie sich etwas zurück. Deshalb, sagt sie, überraschte es sie umso mehr, als ihr Kindergartenfreund Max sie eines Tages fragte, ob sie sich mit ihm als Prinzenpaar bewerben wolle. "Ich habe sie ein bisschen vermisst", sagt Max. Und Charlotte? "Ich wollte schon seit dem Kindergarten Prinzessin werden", sagt sie. Auch wenn sie sich an Karneval sonst als Piratin oder Vampir verkleidet hat, selbstbewusste und starke Figuren.

Entsprechend fällt es ihr nicht schwer, vor Leuten zu sprechen, und auch Max hat schon Erfahrung im Auswendiglernen und Aufsagen von Texten und Reden. Süß und drollig sind die Beiden einerseits - andererseits haben sie auch ein bisschen den Schelm im Nacken. Für den Verein, der 2019 55-Jähriges - "fünf mal elf Jahre", so Maik Maevus - feiert, dürfte dieses Paar eine große Freude sein.

Erwachsenes Paar

Der Festausschuss Dortmunder Karneval e.V. hat vergangene Woche auch das Prinzenpaar der Erwachsenen vorgestellt. Thomas Fischer (Thomas I.) und Angelika Konsorr (Angelika II.) sind ebenfalls im gleichen Verein, dem Fanfaren-Corps Dortmund-Wickede 1974 e.V. Der 51-Jährige Thomas I. ist Friseurmeister, Angelika II. (26) Hörgeräteakustikerin.

Auch sie sind schon seit ihrer Kindheit karnevalesk unterwegs: Angelika II. überkam bei einem Karnevalsumzug vor 20 Jahren der Wunsch, Prinzessin zu werden. Und Thomas I. durfte schon als Elfjähriger auf dem Prinzenwagen am Rosenmontagszug Dortmund mitfahren. Mittelpunkt einer Gesellschaft sein: der zeitlose Traum, den der Karneval einigen wenigen erfüllt.

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