Dortmunder Landgericht

Prozess um Missbrauch nach BVB-Pokalfeier 2017 zieht sich weiter hin

Am Wochenende des BVB-Pokal-Siegs 2017 soll ein vorbestrafter Sexualtäter eine Frau sexuell missbraucht haben. Der Prozess am Dortmunder Landgericht wird sich wohl noch Monate hinziehen.

Es gibt Verfahren, in denen ist einfach der Wurm drin. Der Prozess gegen den vorbestraften Sexualtäter, der nach dem DFB-Pokal-Sieg des BVB 2017 eine Frau sexuell missbraucht haben soll, gehört in diese Kategorie. Ein erster Verhandlungsversuch musste abgebrochen werden, weil einer der Richter seine Elternzeit antrat und nicht einfach von einem Kollegen ersetzt werden durfte. Die Neuauflage dauert nun wieder schon mehrere Monate. Und erneut ist einer der Richter ausgeschieden.

Ergänzungsrichter springt für Ruheständler ein

Im Herbst war es der Vorsitzende Helmut Hackmann, der von einem Sitzungstag auf den anderen nicht mehr an der Verhandlung teilnehmen durfte. Er hatte die absolute Altersgrenze erreicht und wechselte in den Ruhestand. Diesmal hatte er jedoch im Vorfeld Vorkehrungen getroffen, dass nicht erneut das ganze Verfahren platzen musste. Ein sogenannter Ergänzungsrichter hatte an jedem einzelnen Verhandlungstag der Neuauflage teilgenommen und konnte deshalb als neuer Vorsitzender einspringen.

Jetzt führt also Alexander Donschen die Verhandlung. Am Donnerstag (20.12.) wurden dabei mehrere Zeugen vernommen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, sich in der Nacht des Pokalsieges des BVB gegen Frankfurt auf dem Friedensplatz als Mitarbeiter des Ordnungsamts ausgegeben und so eine offensichtlich angetrunkene und orientierungslose Frau in sein Auto gelockt zu haben.

Frau hatte Streit mit ihrem Freund

Die Frau war an diesem Tag mit einer ganzen Gruppe von Freunden nach Dortmund gefahren, um das Spiel zu sehen. Erst aßen alle gemeinsam Pizza, nach dem Spiel wechselte die Gruppe in ein Bierlokal in der Innenstadt.

Dort muss es dann zu einem folgenschweren Streit zwischen der Frau und ihrem damaligen Freund gekommen sein.

Ein Bekannter erinnerte sich vor Gericht, dass ihm das jedenfalls am nächsten Tag von dem Freund berichtet worden sei. "Ich habe ihn angerufen und gefragt, wie es ihm geht", sagte der Zeuge den Richtern. "Er hat nur herumgedruckst und gesagt, seiner Freundin wäre gestern noch was zugestoßen."

Streit vor Bierlokal

Nach dem Streit sollen die Frau und ihr damaliger Freund vor dem Bierlokal getrennte Wege gegangen sein. Genau in diesem Moment traf die Frau dann offenbar auf den falschen Mitarbeiter des Ordnungsamts.

Der Angeklagte räumt ein, die Frau in der Nacht nach Hause gefahren zu haben. Sexuelle Übergriffe gegen deren Willen bestreitet er jedoch. Deshalb wird sich die Verhandlung wohl noch mehrere Monate hinziehen. Bisher sind Verhandlungstage bis in den Ferbruar terminiert.

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