Dortmunder U

Pink-Floyd-Schau im U-Turm: Endspurt reichte nicht, um Besucherziel zu erreichen

Sie hat dem Dortmunder U als Ausstellungsort Renommee verschafft. Doch die Besucherzahl der Pink-Floyd-Ausstellung, die am 10. Februar zu Ende ging, blieb deutlich unter den Erwartungen.

Unterschiedlicher konnten die Bilder kaum sein. Fast gähnende Leere herrschte in den ersten Wochen der Ausstellung auf der sechsten Etage des U-Turms, in den vergangenen Wochen zogen sich dann lange Besucherschlangen durch das Foyer des U-Turms. Zwei bis drei Stunden Wartezeit nahmen viele Fans in Kauf, um in die Pink-Floyd-Schau "Their Mortal Remains" zu kommen. An mehreren Samstagen meldeten die Organisatoren schon am Vormittag, dass alle Karten ausverkauft sind.

Für die Gesamtbilanz kam der Besucherandrang allerdings etwas zu spät. Genaue Zahlen konnte und wollte Kulturdezernent Jörg Stüdemann am Donnerstag noch nicht nennen, ordnete die Besucherzahl aber irgendwo zwischen 50.000 und 100.000 ein. Das wäre etwa die Hälfte der erhofften Besucher. Denn zu Beginn der Ausstellung im September war von 130.000 bis 150.000 erwarteten Gästen die Rede. Das sei eine sehr optimistische Annahme gewesen, erklärte Stüdemann nun. In jedem Falle sei die Pink-Floyd-Schau die erfolgreichste Ausstellung in Dortmund seit 1990 gewesen.

Minus etwa über 1 Million Euro

Die Abrechnung laufe noch, begründete Stüdemann am Donnestag das Fehlen konkreter Zahlen. Das gilt auch für die finanziellen Folgen. Die Kosten für die aufwendige Retrospektive zur Geschichte der britischen Kultband, die zuvor nur in London und Rom zu sehen war, waren ursprünglich mit 5,6 Millionen Euro beziffert worden. Zur Refinanzierung war ein relativ hoher Eintrittspreis von regulär rund 30 Euro nötig.

Trotzdem hatte man dem Rat gegenüber das finanzielle Risiko mit rund 1 Million Euro angegeben, erklärte Stüdemann. "Das werden wir nun etwas überschreiten." Zuletzt war ein Minus von 1,7 Millionen Euro für 2018 angegeben worden. Das könnte sich durch den Besucherandrang in den letzten Wochen nun etwas verringern.

"Am Anfang waren wir ein bisschen ernüchtert. Aber seit Dezember hat es richtig gekracht", fasst Stüdemann die Gefühlswelt der Organisatoren mit Blick auf die Besucherentwicklung zusammen.

Viel Lob für das Dortmunder U

Ein wichtiges Ziel sei auf jeden Fall erreicht: Die Pink-Floyd-Schau habe das Dortmunder U mit einem Knall ins Bewusstsein der kulturinteressierten Besucher in NRW und ganz Deutschland gebracht, ist U-Turm-Chef Edwin Jacobs überzeugt.

Er hatte die Ausstellung nach Dortmund geholt und dafür viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Nun hätten sich viele Museums- und Ausstellungsmacher auch aus dem Ausland von der Qualität des Ausstellungsortes überzeugen können. "Für viele war es eine Entdeckung, dass es das schöne Dortmunder U gibt", sagte Jacobs.

Mit dem neu gewonnenen Renommee hofft er nun, weitere große Ausstellungen ins U holen zu können. "Alle zwei bis drei Jahre" wolle man ein großes Ereignis bieten. Zuletzt führte der U-Turm-Direktor gemeinsam mit Kulturbetriebe-Chef Dr. Stefan Mühlhofer dazu Gespräche in Madrid.

Die Nachfolge-Ausstellung für Pink Floyd wird eher klassische Kunst-Freunde interessieren. Ab dem 11. Mai sind auf der Ausstellungsetage im U-Turm unter dem Titel "Ein Gefühl von Sommer..." Meisterwerke der niederländischen Moderne aus der Sammlung Singen in Laren zu sehen. Im Gegenzug zeigen die Niederländer eine Ausstellung mit der Expressionismus-Sammlung des Museums Ostwall.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Einsatz im Horror-Haus: Darum bedrohte ein Mann eine Frau mit der Pistole
Einsatz im Horror-Haus: Darum bedrohte ein Mann eine Frau mit der Pistole
Hauptverkehrsader in Herten wird zur Einbahnstraße
Hauptverkehrsader in Herten wird zur Einbahnstraße
Weitere Festnahme nach Raubserie, Einbrecher in Herten verhaftet, Einsatz in "Horror-Haus"
Weitere Festnahme nach Raubserie, Einbrecher in Herten verhaftet, Einsatz in "Horror-Haus"
Schwerer Unfall in Oer-Erkenschwick: Auto erfasst freilaufendes Pferd
Schwerer Unfall in Oer-Erkenschwick: Auto erfasst freilaufendes Pferd
Festnahmen nach Tankstellen-Raubserie in Castrop-Rauxel: Es gibt einen neuen Sachstand
Festnahmen nach Tankstellen-Raubserie in Castrop-Rauxel: Es gibt einen neuen Sachstand

Kommentare