Dortmunder U

Auf der U-zwei werden Mauern zur kreativen Leinwand

Dortmund - In der Ausstellung "Another Brick - Über Mauern" auf der U-zwei werden Mauern gebaut, bekritzelt und überwunden. Mauern aus Stein, aber auch Mauern in den Köpfen der Menschen.

Auf der zweiten Etage des Dortmunder U gibt es im Moment in der Vorbereitung auf die Pink-Floyd-Ausstellung im September viele Mauern, Wände aus riesigen, bunten Legosteinen und Zäune aus Maschendraht. Die normalerweise weiße Wand des Raumes, die man schon vom Flur des U aus durch eine Glastür sieht, ist so gestaltet, als bestünde sie aus braunen Backsteinen.

Pink Floyd für Kinder und Jugendliche

"Another Brick - Über Mauern" heißt die neue Ausstellung auf der U-zwei, die pünktlich mit Beginn der Sommerferien und der Ferienworkshops im U eröffnet hat. Die U-zwei will im Zusammenhang mit der Pink-Floyd-Ausstellung im kommenden Herbst die englische Rockband und die Themen, für die sie steht, greifbar machen. Besonders für Kinder und Jugendliche.

"Mit 15 kennt keiner Pink Floyd", sagt Mechthild Eickhoff, Leiterin der U-zwei. Also haben die Szenografen Stefan Lüdemann und David Döhrer und die Künstlerinnen Dagmar Lippok, Sabine Held und Claudia Terlunen die Mauerthematik der Band aufgegriffen. Und sie so interpretiert, dass sie die Uzwei in eine große Spiel- und Aktionsfläche verwandeln konnten.

Mauern bieten Möglichkeiten

Die Mauern und Wände im Ausstellungsraum werden zu Leinwänden, die Kinder und erwachsene Besucher kreativ gestalten können. Dabei ist fast alles erlaubt. Eine weiße Wand ist über und über mit Bildern aus neonfarbenem Tape beklebt. An einem Zaun hängen bunte Blumen aus Papier. "Durch die Bepflanzung verliert er seine Funktion als Grenzzaun", erklärt David Döhrer.

Eine andere Wand sieht aus wie eine mit Werbeplakaten beklebte Mauer. Hier haben Kinder auf große Bögen Papier bunte Bilder gemalt. Von der Decke hängen Flugobjekte und fliegende Fantasietiere, für die Hindernisse am Boden bedeutungslos sind.

"Mauern können durch diese kreative Zeckentfremdung ganz ironisch überwunden werden", sagt Mechthild Eickhoff, Leiterin der U-zwei. Anstatt Menschen in ihrer Freiheit einzuschränken, bieten sie hier kreative Möglichkeiten. Auch das Bauen selbst kann Freiheit schaffen: Mit riesigen Bausteinen bauen Kinder fantasievolle Lego-Häuser.

Hindernisse in den Köpfen überwinden

In der Ausstellung geht es aber nicht nur darum, Hindernisse aus Stein, Draht oder Lego zu überwinden. Auch den Mauern in den Köpfen der Menschen, die die eigenen Gedanken ein- und fremde Gedanken aussperren, wird der künstlerische Kampf angesagt.

Besonders freut sich das Team der U-zwei, wenn sich Besucher in die Ausstellung vertiefen und sich trauen, auf ihre ganz eigene Art Neues zu schaffen. Dabei sollen sie zuallererst darüber nachdenken, welche Mauern sie selbst im Kopf haben, was sie sich trauen und was nicht. Aufgaben, die beim Einreißen der Hindernisse helfen sollen, befinden sich in schwarzen Baueimern an sechs Stationen im Raum.

Mutproben. Meditation. Und an einer Station erinnert der neunjährige Arthur Schöpfer Erwachsene an, die grenzenlosen Möglichkeiten, die ein Eimer mit Legosteinen bietet.

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