Drohender Vulkanausbruch auf Bali

Dortmunder berichten vom Leben im Schatten des Vulkans

Dortmund/Bali - Tausende Urlauber halten sich auf der indonesischen Ferieninsel Bali auf. Und haben dort im Moment ein Problem: Der 3000 Meter hohe Vulkan Mount Agung droht auszubrechen, Menschen wurden evakuiert. Auch mehrere Dortmunder sind im Moment auf Bali. Ihre Stimmung: Zwischen gelassen und mulmig.

Vanessa Thomas ist 21 Jahre alt, studiert in Dortmund "International Business" und ist seit Ende August auf Bali, sie macht dort ein Auslandssemester. Sie lebt rund 50 Kilometer vom Mount Agung entfernt. "Abgesehen von dem Flugchaos", schreibt sie, "geht es hier sehr ruhig zu." Panik sei nicht zu spüren, Europäer hätten zwar ein mulmiges Gefühl, doch die Einheimischen ließen sich von dem Vulkan in keiner Weise beeinflussen und gingen ihrem Tagesablauf weiter nach wie immer.

"Sie leben mit dem Vulkan schon ihr Leben lang, wohingegen es für mich zum Beispiel eine völlig neue Erfahrung ist, mit einem Vulkanausbruch konfrontiert zu werden. Die Menschen hier sind zudem meist sehr gläubig. Ein Einheimischer sagte, sie opfern in diesen Tagen mehr, um die Götter zu besänftigen."

Atemmasken und genug Wasser im Haus

Sie selbst, schreibt Thomas, suche momentan noch einen angemessenen Weg, mit dem Mount Agung umzugehen. "Die einen raten zu zahllosen Vorsichtsmaßnahmen, andere sagen, es gebe keinen Grund zur Sorge. Ich habe mir auf der einen Seite eine Atemmaske zugelegt und versuche, genug Wasser im Haus zu haben, aber auf der anderen Seite lasse ich mich auch nicht zu sehr beeinflussen, ich gehe wie gewohnt zur Uni und treffe meine Freunde." Lokale Informationen gibt es wenige, Vanessa Thomas informiert sich bei Twitter bei einer Vulkanologin.

Dustin Jaentschek, ebenfalls Dortmunder und im Moment auf Bali, schaut ebenfalls in Netz, wenn er etwas über die aktuelle Situation erfahren will. Und auch er hat den Eindruck, dass die Menschen auf Bali von dem Naturereignis nicht sonderlich beeindruckt sind.

Lediglich Spenden seien gesammelt worden, das Geld solle wohl für weitere Evakuierungen genutzt werden. Er schreibt, dass er rund 85 Kilometer entfernt von dem Vulkan so gut wie nichts merke. Nur sein Rückflug, geplant am 1. Dezember, bereite ihm ein wenig Sorgen.

Hoffen für die Balinesen in den Notunterkünften

Ein Problem, mit dem Gunnar Terrahe ganz aktuell zu kämpfen hat. Eigentlich sollte sein Flieger in die Heimat Dortmund bereits am Montag abheben. Doch am Flughafen geht nichts. Terrahe hat sich auf eigene Faust auf den Weg gemacht und hofft jetzt, von einem anderen Flughafen aus über Jakarta und Dubai nach Deutschland zu kommen.

Vanessa Thomas drückt derweil vor allen Dingen den Balinesen die Daumen, die schon im September, damals drohte der Vulkan zum ersten Mal seit längerer Zeit auszubrechen, evakuiert wurden. Viele von ihnen seien in Notunterkünften untergekommen.

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