Dürre in Dortmund

So kämpfen Gärtner gegen die Trockenheit in Dortmunds Parks

Dortmund - Bei Hitze soll man viel trinken. Das gilt aktuell besonders für die Pflanzen in Dortmunds Parkanlagen. Wenn diese nicht genügend Wasser bekommen, droht ihnen der Hitzetod.

Wer in diesen Tagen den Westfalenpark betritt, könnte glauben, nicht in Dortmund, sondern in einer Steppe mitten in Kalifornien gelandet zu sein. Nur der Florianturm beweist, dass es nicht so ist.

Das, was einmal saftig grüner Rasen war, erstreckt sich staubig gelb über das Gelände, Hunderte von Metern. Die Hitze flimmert über dem Boden. Bäume lassen unter den Strahlen der Sonne ihre Äste und Blätter hängen. Dann, auf einem winzigen Flecken, eine Oase. Blumen leuchten in Gelb, Orange und Violett. Ein Baum spendet Schatten - und ein Sprenkler Wasser.

30 Gärtner bewässern fünf Hektar FlächeDamit die Pflanzen im Westfalenpark nicht der lang anhaltenden Trockenheit erliegen, müssen sie gewässert werden, mehr als in den Jahren zuvor.

Schätzungsweise 50 Prozent mehr Wasser als gewöhnlich haben die Gärtner im Westfalenpark in diesem Jahr bereits verbraucht. "Wie viel es letztlich sein wird, wissen wir nicht. Die Rechnung kommt ja erst zum Ende des Jahres", sagt Sandra Schmidt, stellvertretende Leiterin des gärtnerischen Betriebs in Westfalen- und Rombergpark.

30 Gärtner sind im Westfalenpark im Einsatz, um die insgesamt fünf Hektar Fläche zu bewässern. 20 sind es im Rombergpark, dem anderen Sport- und Freizeitpark in Dortmund. Die Gärtner schleppen Schläuche von Wasseranschlüssen zu den Beeten, schneiden tote Blüten ab und befreien die Gehwege vom Laub.

"Die Natur ist wegen der anhaltenden Trockenheit um drei Wochen weiter als üblich", sagt Schmidt. Ende Juli seien bereits die ersten Herbstastern ausgetrieben. "Die kommen eigentlich erst Ende August."

Gärtner gießen die Pflanzen ab 6 Uhr morgens

Um den Besuchern im Westfalenpark dennoch möglichst lange knalligbunte Sommerblumen präsentieren zu können, starten die Gärtner bereits um 6 Uhr in der Früh. "Wir müssen bei dieser Trockenheit Prioritäten setzen", sagt Schmidt. Am wichtigsten sei aktuell die Wechselbepflanzung, also die Sommerblumen in Beeten, Kübeln und Ampeln. Darauf folgen Stauden, Rhododendren wie Azaleen und schließlich die neu gepflanzten Bäume.

Alle vier Stunden versetzen die Gärtner dafür die insgesamt 25 Bewässerungsanlagen von Beet zu Beet, gießen täglich die Hängeampeln und wässern zwei- bis dreimal pro Woche zum Beispiel die Kübelpflanzen an der Seebühne. "Andere Arbeit bleibt deshalb oft liegen", sagt Schmidt. Unkrautjäten zum Beispiel.

Elektroautos mit Wassertanks im Rombergpark im Einsatz

Anders als im Westfalenpark sind viele Wege im Botanischen Garten des Rombergparks zudem nicht befahrbar. Die wuchtigen Geländewagen der Gärtner kommen nicht durch. Stattdessen sind dort Elektroautos im Einsatz - mit 1000-Liter-Kanistern auf der Ladefläche. Die Gärtner schließen die Schläuche an die Kanister an, pumpen das Wasser ab und machen sich zu Fuß auf den Weg zu den den Beeten im Botanischen Garten. Feierabend ist hier wie im Westfalenpark um circa 15 Uhr. Auch am Wochenende muss gewässert werden.

"Eigentlich müssten wir noch viel mehr gießen", sagt Schmidt. "Unsere Kapazitäten sind jedoch ausgereizt." Personell wie maschinell. Nicht selten hätten Gärtner wegen Kreislaufproblemen in der Hitze früher Feierabend machen müssen, auch weitere Schläuche und Regner seien bereits gekauft worden.

Landregen zum Überleben

Das, was die Pflanzen bräuchten, um den Sommer halbwegs unbeschadet zu überstehen, sei Regen. "Keinen Platz- oder Starkregen", sagt Schmidt, "sondern einen schönen Landregen." Und den regelmäßig, am besten nachts. Tagsüber bräuchte es 20 bis 25 Grad Celsius Außentemperatur.

Wie viele Pflanzen die Gärtner im Westfalenpark und Rombergpark nachpflanzen müssen, steht noch nicht fest. "Das können wir erst im nächsten Frühjahr sagen, sollten die Pflanzen nicht mehr austreiben." Verzweifelt ist Sandra Schmidt noch nicht und gibt sich zielsicher: "Das, was wir wässern, wird auch erhalten bleiben."

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