E-Bike-Fahrer in Dortmund mit 68 km/h geblitzt

Mountainbike-Raser war ohne Helm und Zulassung unterwegs

Dortmund-Schwieringhausen - Auf dem Fahrrad 68 km/h zu fahren könnte eine sportliche Höchstleistung sein. Im Falle eines 24-Jährigen stand jedoch ein Elektromotor dahinter. Der E-Bike-Fahrer wurde zunächst geblitzt, dann ging er der Polizei in die Fänge. Und die entdeckte Erstaunliches.

Am Mittwoch (18.4.) bemerkte die städtische Verkehrsüberwachung einen ungewöhnlichen Raser: Sie blitzte einen Mountainbiker auf der Alfed-Lange-Straße - mit 68 km/h. Der Fahrradfahrer war ohne Kennzeichen unterwegs und stoppen konnte die städtische Verkehrsüberwachung den Mann nicht. Also leitete sie das Foto an die Polizei weiter. Denn der Mountainbiker fahre wohl regelmäßig diese Strecke.

Einen Tag später, am Donnerstag (19.4.) stellte sich genau an dieser Stelle an der Alfred-Lange Straße ein Radarwagen der Polizei auf. Mit dabei: Ein Polizeimotorrad, um den flotten Fahrradfahrer anhalten zu können. Ziel war es, der sportlichen Leistung auf den Grund zu gehen.

In die Radarfalle getappt

Wie erwartet näherte sich der rasende Radfahrer gegen 8 Uhr den Polizeibeamten mit dem Radarwagen - mit offenkundig überhöhter Geschwindigkeit. Mit dem Motorrad nahm einer der Polizisten die Verfolgung auf.

In der Straße Schiffhorst konnte der 24-jährige Mountainbiker gestoppt werden. Die Erklärung für die rasante Geschwindigkeit: Bei dem Mountainbike handelte es sich um ein E-Bike eines slowenischen Herstellers.

Das E-Bike wurde nach Rücksprache mit dem zuständigen Staatsanwalt zur Erstellung eines Gutachtens sichergestellt. Hierbei stellte sich heraus, dass das Fahrrad dank seines Elektromotors auf deutlich über 60 Kilometer pro Stunde beschleunigen kann.

Das Fahrrad ist ein Kraftfahrzeug

Für den 24-Jährigen hat das Folgen: Das E-Bike ist damit nämlich ein Kraftfahrzeug. Damit bräuchte der 24-Jährige einen Führerschein der Klasse A, um das E-Bike nutzen zu dürfen. Hat er aber nicht. Das E-Bike benötigt eigentlich eine EU-Typgenehmigung vom Kraftfahrtbundesamt, eine Versicherung und ein Kennzeichen. Auch diese fehlen.

So ist das E-Bike für den öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen. Sollte der 24-Jährige dennoch damit fahren, macht er sich damit strafbar. Und auch verursachte Schäden müsste er aus der eigenen Tasche bezahlen. Die Zulassung schlösse dann übrigens auch eine Helmpflicht mit ein - nicht ganz verkehrt, bei 68 km/h.

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