E-Bike-Festival in Dortmund ist ein Erfolg

Kaiserwetter und strahlender Sonnenschein - und das drei Tage lang

Dortmund - Tausende haben sich am Wochenende beim E-Bike-Festival in der City über elektrisch angetriebene Zweiräder informiert. Die E-Bike-Szene hat sich verändert, sagen die Experten: Die Händler unterscheiden ihre Kunden mittlerweile in drei Gruppen.

Lack blitzt in der Sonne, es riecht nach Schmierfett und Gummi, und hier und da geht einer mit seinem Leihrad ab wie Schmidts Katze. "Der hat jetzt 6000 Euro unterm Hintern", schmunzelt Marc (27), der an einem der vielen Stände rund um die Reinoldikirche über elektrisch betriebene Fahrräder informiert. Der Dortmunder Energieversorger DEW21 hat das Festival organisiert und ein üppiges Beiprogramm mit Konzerten, Nachtparcours und Familientag auf die Beine gestellt. Die Veranstalter und ihre zahlreichen Partner können ihr Glück kaum fassen: Kaiserwetter, strahlender Sonnenschein - und das drei Tage lang.

"Schon am Freitag haben sie uns hier die Bude eingerannt", sagt Tino Marold (28), der die Hersteller Raleigh und Univega vertritt, und dessen Bude eigentlich ein Zelt ist.

Jung und Alt flaniert an den blank polierten Velos vorbei: gestandene Herrschaften im bürgerlichen Outfit. Leute zwischen 25 und Anfang 40 in Funktionsjacken und mit schicken Sonnenbrillen. Und sogar Teenager wie Dennis (13) aus Aplerbeck. Sind E-Bikes nicht etwas für Ältere? "Nö", sagt Dennis, "wir wohnen in der Aplerbecker Mark, da geht?s überall steil bergauf. Da ist so ein E-Bike doch eine coole Sache."

Reichweite, Antrieb und Gewicht entscheiden über den Preis

Seine Konfirmation steht im nächsten Jahr an, bis dahin könnte er den Betrag zusammen haben. "Ein Einsteiger sollte mit 2000 Euro gut klarkommen", erklärt Marold. Design, Reichweite, Antrieb und Gewicht sind Faktoren, die den Preis für ein solches Zweirad schnell nach oben steigen lassen. "Dabei ist die Motorleistung in Deutschland gesetzlich auf 250 Watt festgelegt", erläutert er.

"Die Newtonmeter machen den Unterschied, die Werte rangieren zwischen 50 und 90." Heißt: Je höher die Anzahl an Newtonmetern, desto schneller bringt der Motor seine Höchstleistung, wenn sie abgerufen werden soll."

Was hat sich verändert in der E-Bike-Szene? "E-Bikes werden immer mehr Lifestyle-Produkte", sagt Chris Brechler (30), Produktmanager bei Univega, ein ursprünglich auf Mountainbikes spezialisierter Hersteller.

E-Bikes werden zum Trend

"Bis 2015 haben sich überwiegend ältere Leute so ein Rad angeschafft, jetzt kommen diejenigen hinzu, die Freiheit und Unabhängigkeit schätzen, zum Beispiel Menschen, die auf dem Land leben und bis zur nächsten Stadt zwölf Kilometer zurücklegen müssen." Die dritte Gruppe seien die "Umweltbewussten, die dank E-Bike aufs Auto verzichten können".

Wenn einmal ein Trend gesetzt ist, dann sind die Trittbrettfahrer nicht weit. Auch Dienstleister wie Fahrradreiseveranstalter oder Zubehörhersteller wie die Sicherheitsfirma Abus sind längst auf den E-Bike-Zug aufgesprungen. Tino Marold: "Wer ein E-Bike für ein paar Tausend Euro fährt, der sollte in der Tat gute Schlösser haben."

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