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Noch ist das ehemalige AOK-Gabäude am Königswall noch nicht komplett fertig renoviert. Lange wird es aber nicht mehr dauern, bis es einen neuen alten architektonischen Blickfang in der City gibt.

Ehemaliges AOK-Gebäude

Das ist der neue Blickfang am Königswall

DORTMUND - Ein paar Wochen dauert es noch bis die letzten Hüllen am Baugerüst fallen – und die Sicht freigeben, auf einen neuen Blickfang am Königswall. Dann bekommt das alte AOK-Gebäude seinen gläsernen Erker zurück. Er krönt gewissermaßen den Umbau des städtischen Gebäudes. Hier finden Sie die ersten Bilder.

Jede Menge Geschichte steckt in dem langgezogenen Gebäude, das die Biegung des Königswalls zwischen Harenberg-Haus und U-Turm aufnimmt. Doch nicht nur städtebaulich ist das Haus prägend und damit von besonderem Wert, auch im Innern stößt man auf Schritt und Tritt auf architektonische Besonderheiten, die typisch sind für die Entstehungszeit Anfang der 1930er-Jahre. Sie trotz der nötigen Modernisierung zu erhalten war eine besondere Herausforderung beim Umbau des Gebäudes.

„Der Spagat zwischen Alt und Neu ist allgegenwärtig“, stellen Reiner Limberg als Chef der städtischen Immobilienwirtschaft und sein Projektleiter Beyazid Civgin fest. Das beginnt schon im Treppenhaus, das von beige-braun schattierten Majolika-Fliesen geprägt wird und wo zurzeit die letzten Malerarbeiten beim Umbau-Endspurt stattfinden.

Decke wieder freigelegt

Das Studieninstitut Ruhr als künftiger Hauptmieter empfängt seine Studierenden und Besucher in der früheren Kassenhalle für Arbeitnehmer – einem lichten weiten Raum unter einer leicht gewölbten Oberlichtdecke. Sie war zuletzt unter einer abgehängten Zwischendecke verschwunden. Jetzt ist sie mit ihren Glasbau-Elementen wieder freigelegt und wölbt sich über dem Foyer des Studieninstituts. Leider ohne natürliches Licht, wie auch Limberg bedauert. Denn schon zu AOK-Zeiten wurde die Glasbaustein-Decke im Innenhof des Komplexes mit mehreren Lagen Dachpappe überdeckt. Sie zu entfernen wäre sehr aufwendig und war auch aus vielen anderen Gründen – vom Brandschutz bis zur Energetik – nicht machbar, erklären die Experten.

Nicht zuletzt war das Umbau-Budget sehr knapp bemessen. „Es ist laut Ratsbeschluss bei 9,7 Millionen Euro gedeckelt“, erklärt Limberg. Und so wie es aussieht, wird man mit dieser Summe auch auskommen. Für die Gestaltung der Schulungs- und Büroräume gilt deshalb ein einfacher Standard. Trotzdem wurde in nur elf Monaten das gesamte Gebäude rundum modernisiert – angefangen von der Schadstoff-Sanierung über die Kompletterneuerung der Haustechnik mit Verkabelung, Lüftung und Heizung bis zu Brandschutz und weitgehender Barrierefreiheit.

Historische Details

Am Ende bleibt sogar noch Geld und Zeit für ein paar historische Details – etwa die Aufarbeitung des alten holzvertäfelten Besprechungsraums mit Glas-Metall-Konstruktion unter den Decken. Und natürlich für die Wiederherstellung des Haupttreppenhauses mit seiner gläsernen Fassade. Es wurde einst durch einen komplett mit Glasbausteinen verkleideten Erker hervorgehoben, der auch über die Gebäudeoberkante hinausragte. Nach dem Krieg wurde er nicht wiederhergestellt. Das passiert jetzt erst mit dem Umbau – wenn auch nicht mit Glasbausteinen, sondern mit größeren quadratischen Glaselementen. Auf jeden Fall wird er ein neuer alter Blickfang am am Königswall.

Gebaut wurde das Gebäude am Königswall für die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) nach einem Entwurf des Dortmunder Architekturbüros Flerus & Konert im Stil der „neuen Sachlichkeit. Die Einweihung fand im Mai 1931 statt. Das Haus war nicht nur Verwaltungssitz der AOK, sondern bot auch Gesundheitsvorsorge – angefangen von Trinkbrunnen in den Kassenhallen bis zu Bädern und Behandlungsräumen. Ende 2012 verließ die AOK nach Auslaufen des Erbpachtvertrages mit der Stadt das Gebäude, das seitdem leer stand. Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz, gilt aber als schützenswert. Neue Nutzer sind ab April das Studieninstitut Ruhr für kommunale Verwaltung – eine Aus- und Weiterbildungseinrichtung, die die Stadt Dortmund mit sechs anderen Städten als Gesellschafter betreibt –, das Schulverwaltungsamt und der Fachbereich Wahlen der städtischen Bürgerdienste.

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