Für ehrenamtliches Engagement

Ehrenamtskarte der Stadt Dortmund kommt später als erwartet

Die Ehrenamtskarte wird offenbar nicht wie geplant im Januar eingeführt. Das stellte sich kürzlich in der Sitzung des Ausschusses für Bürgerdienste heraus.

"Ich muss sagen, ich bin sehr enttäuscht", sagte Christiane Krause (CDU), die Ausschussvorsitzende. Im Rat hatte sie sich viele Jahre lang für die Karte, die ehrenamtlich Engagierten Vergünstigungen bietet, stark gemacht. Im Mai dieses Jahres dann endlich die Entscheidung. Mit einer Mehrheit entschied sich der Rat für die Ehrenamtskarte sowie 25.000 Euro, die die Freiwilligenagentur zusätzlich erhalten soll.

Sechs Monate später, im November, stellt die CDU-Fraktion im Ausschuss für Bürgerdienste schließlich die Anfrage an die Verwaltung nach dem Stand der Einführung. Dem kam am Dienstag Karola Jaschewski von der Freiwilligenagentur nach.

Druck auf Verwaltung soll erhöht werden

Aus ihrem Bericht vor den Ausschussmitgliedern ging hervor, dass die Ehrenamtskarte nicht wie geplant im kommenden Januar eingeführt werden kann. Grund dafür ist nach Aussage der Stadt Dortmund, dass das Konzept für die Ehrenamtskarte erst erarbeitet wurde. Dieses wird nun im ersten Quartal des Jahres 2019 allen Gremien vorgestellt.

Die Mitglieder, insbesondere jene, die sich im Stadtrat für die Ehrenamtskarte stark gemacht hatten, waren alles andere als begeistert. Dieter Siegmund vom Seniorenbeirat sagte: "Ich werde im Seniorenbeirat oft gefragt, wann die Karte denn kommt. Und ich habe immer gesagt: Im Januar." Er bat im Ausschuss darum, den Druck auf die Verwaltung in dieser Sache zu erhöhen.

Christiane Krause sagte dazu, man fühle sich nicht ernst genommen in seinem Anliegen. Und fügte hinzu: "Wenn die Freiwilligenagentur die Ehrenamtskarte nicht möchte, müssen wir das Projekt vielleicht in einem anderen Bereich ansiedeln." Die Freiwilligenagentur hatte der Karte von Beginn an ablehnend gegenüber gestanden.

In der Ratssitzung am 17. Mai stimmte der Rat einem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD, Grünen und Linken/Piraten zu. Der beinhaltete einerseits die Einführung der Ehrenamtskarte NRW, die Vergünstigungen für den Eintritt, beispielsweise ins Theater oder Schwimmbad, bietet. Ehrenamtliche, die sich im Durchschnitt wenigstens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr engagieren, sollten die Karte ursprünglich ab Januar erhalten.

Ehrenamtskarte soll mehr Anerkennung geben

Die 25.000 Euro sollen zudem dazu dienen, das Ehrenamt unabhängig vom Aufwand flexibel unterstützen zu können. Zwischen 3000 und 3500 Freiwillige hätten laut Verwaltung in Dortmund Zugang zu der Ehrenamtskarte.

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