Einsatz gegen Rocker

SEK durchsucht Räume von Al-Salam-313 in Dortmund - Großrazzia in ganz NRW

Mit einer Großrazzia in elf Städten ist die Polizei in NRW gegen die irakische Rockerorganisation "Al-Salam-313" vorgegangen. Auch in Dortmund gab es einen Einsatz.

Seit 5 Uhr am Mittwochmorgen (22.5.) durchsuchten Hunderte von Einsatzkräften Räume und Wohnungen von Mitgliedern der "Al-Salam-313". Spezialeinheiten und Staatsschutz waren in 11 Städten in NRW im Einsatz: Essen, Dortmund, Duisburg, Krefeld, Hünxe, Enningerloh, Olpe, Heiligenhaus, Velbert, Siegburg und Bonn.

Die Durchsuchungen richteten sich nach Angaben der zuständigen Essener Staatsanwaltschaft gegen 34 Beschuldigte, entweder Mitglieder von "Al-Salam-313" oder zum Umfeld gehörend. Die meisten von ihnen stammen aus dem Irak oder Syrien. Es gehe um den Verdacht des Drogen- und Waffenhandels, der Schleuserkriminalität und des Fälschens von Ausweisen und Sprachzertifikaten - kurzum: um Verstrickungen in die Organisierte Kriminalität.

Die Ermittler wollen Beweismittel finden. Gegen die Gruppe wird nach Auskunft der Essener Polizei bereits seit geraumer Zeit ermittelt.

Ein neuer Player?

Mit "Al-Salam-313" tritt offenbar ein neuer Player auf: Dass sich schiitische Iraker zu mutmaßlich kriminellen Netzwerken zusammenschlössen, sei eine "neue Dimension", sagte etwa der Islam-Experte und Clan-Forscher Ralph Ghadban. Es sei davon auszugehen, dass sie zwischen 2013 und 2015 ins Land gekommen seien und sich dann binnen kurzer Zeit zu mutmaßlich kriminellen Netzwerken zusammengeschlossen hätten.

Arndt Sinn, Experte für Organisierte Kriminalität an der Universität Osnabrück, sagte: "Wir scheinen es hier mit einem Phänomen zu tun zu haben, dass sich erst jetzt neu an der Oberfläche zeigt." Was genau hinter der Organisation stecke und wie verstrickt sie in kriminelle Strukturen sei, liege nun im Fokus der Ermittler.

Essener Staatsanwaltschaft spricht von "rockerähnlicher Gruppierung"

Die Essener Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen leitet, spricht indes schon jetzt von einer "rockerähnlichen Gruppierung". Neben den zur Schau getragenen Kutten mit einheitlichen Erkennungszeichen gebe es vor allem Hinweise auf eine "streng-hierarchische Struktur", sagte ein Sprecher.

dpa/kar

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