Einzelhandel

Intersport Voswinkel: Bekannter Dortmunder Firma droht die Pleite

Die Sport-Kette Voswinkel mit Firmensitz in Dortmund hat finanzielle Probleme. Die Insolvenz droht. Schuld ist unter anderem ein Konkurrent, der sich auch in Dortmund breit macht.

Die Sporthandelskette Voswinkel steckt in der Krise. Das Unternehmen mit 74 Filialen bundesweit hat am Mittwoch nach eigenen Angaben beim Amtsgericht Dortmund die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Ziel sei es, in enger Abstimmung mit den Gläubigern die Restrukturierung und Sanierung des Unternehmens voranzutreiben, erklärte Voswinkel-Geschäftsführer Helge Mankowski.

Sport Voswinkel, Teil des Einkaufsverbunds Intersport, gehört nach eigenen Angaben zu den größten Sportfilialisten in Deutschland und beschäftigt rund 1200 Mitarbeiter. Die Verwaltung des 1904 in Bochum gegründeten Unternehmens befindet sich seit 1998 im Indupark Dortmund. Dort liegt auch eine der zwei Dortmunder Filialen des Sporthändlers, die andere befindet sich in der Thier-Galerie. In der Verwaltung arbeiten nach Angaben eines Sprechers 61 Mitarbeiter, in den beiden Filialen zusammen 13 Vollzeit- und 13 Teilzeit-Beschäftigte.

Onlinehandel und Discounter machen Voswinkel zu schaffen

Im vergangenen Geschäftsjahr musste das Unternehmen einen Umsatzrückgang von rund fünf Prozent auf rund 139 Millionen Euro hinnehmen. Als Gründe für die Schieflage nennt das Unternehmen sinkende Kundenzahlen in den Filialen und die damit verbundenen Umsatzrückgänge, den erhöhten Wettbewerbsdruck durch den Onlinehandel und durch Discounter sowie die Belastungen durch Filialen, die schlechter liefen als erwartet.

Zur Discounter-Konkurrenz zählt der stark expandierende französische Sportartikel-Händler Decathlon. Das lässt sich in Dortmund exemplarisch beobachten: Decathlon hat außer der Filiale im Indupark unlängst auch einen großzügigen Laden in der Dortmunder City eröffnet, anstelle des ehemaligen Modehauses Boecker. Und seit 2017 ist das Decathlon-Logistikzentrum auf der Westfalenhütte in Betrieb.

Geschäftsbetrieb bei Sport Voswinkel soll weitergehen

"Der Geschäftsbetrieb bei Sport Voswinkel geht trotz des eingeleiteten Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiter", betonte Mankowski. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld bis Ende Juni gesichert. "Bis dahin werden wir die Restrukturierung und die Sanierung von Sport Voswinkel vorantreiben", sagte der Manager. Das Gericht habe den Sanierungsexperten Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case als vorläufigen Sachwalter eingesetzt.

Das Schutzschirmverfahren bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. Doch wacht der Sachwalter über die Interessen der Gläubiger. (mit dpa)

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