Eisen- und Stahlindustrie

Warnstreik bei Thyssen-Krupp auf der Westfalenhütte heizt Tarifstreit weiter an

Mit einem Warnstreik und einer Kundgebung am Werkstor der Westfalenhütte unterstützen Stahlarbeiter in Dortmund die Forderung der IG Metall im Tarifstreit in der Eisen- und Stahlindustrie.

Das Feuer, das in einer Metalltonne vor der Bühne loderte, konnte man doppelt interpretieren. Die IG Metall will mit dem Warnstreik an diesem Montag die Tarifauseinandersetzung in der Eisen- und Stahlindustrie anheizen. Außerdem waren die Flammen eine willkommene Wärmequelle für mehrere hundert Stahlarbeiter von Thyssem-Krupp, die ihre Arbeit auf der Westfalenhütte ruhen ließen und stattdessen zu einer Kundgebung vor das Werkstor gekommen waren.

Hauptforderungen der IG Metall sind 6 Prozent mehr Lohn und 1800 Euro zusätzliches Urlaubsgeld, das auf Wunsch auch in freie Tage umgewandelt werden kann. Dabei gehe es nicht um eine generelle Arbeitszeitverkürzung, sondern mehr Flexibilität und Arbeitszeit-Souveränität der Arbeitnehmer. Eine Flexibilität, die die Unternehmen auch von den Arbeitnehmern einforderten, erklärte IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler. "Die Reduzierung von Arbeitszeit darf nicht nur ein Thema für die Arbeitgeber sein", sagte Jugendvertreter Moritz Engels.

Warten auf ein Arbeitgeber-Angebot

Für Unmut bei den Stahlarbeitern sorgt auch, dass die Arbeitgeber in drei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt haben. Als "gelbe Karte für Zeitspiel" bezeichnete deshalb Knut Giesler den Warnstreik. Die Abwartestrategie zeige eine geringe Wertschätzung für die Arbeit der Beschäftigten, monierte die IG Metall-Bevollmächtigte Ulrike Hölter. Der Warnstreik an diesem Montag sei nur der Auftakt, erklärte sie. "Wir sind noch steigerungsfähig."

Die Arbeitgeber hatten zuletzt noch Fragen und Klärungsbedarf zu den Forderungen der IG Metall geltend gemacht. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Februar geplant.

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