Engpass in Dortmund

Über 1300 Beschäftigte werden in der Pflege gesucht

Dortmund - Der Mangel an Fachkräften in der Pflege zeichnet sich schon jetzt deutlich ab. Über 1300 freie Stellen gibt es insgesamt in Dortmunds Krankenhäusern und Altenheimen und bei den Rettungsdiensten. Und das ist nur ein Vorgeschmack auf zukünftige Not.

Mit Stichtag 16. November waren der Agentur für Arbeit in Dortmund 1042 freie Stellen im Bereich Krankenpflege / Rettungsdienst / Geburtshilfe und 267 Jobs in der Altenpflege gemeldet.

Allerdings ändern sich diese Zahlen beinahe täglich. In der Pflege ist die Fluktuation hoch. Überlastete Pflegekräfte berichten der Gewerkschaft Verdi von unhaltbaren Zuständen in den Krankenhäusern.

Angesichts immer kürzerer stationärer Aufenthalte bei deutlicher Zunahme mehrfach erkrankter, älterer Patienten mit erhöhtem Betreuungsbedarf blieben menschliche Zuwendung und die strikte Einhaltung von Hygienevorschriften oft auf der Strecke.

Zunahme um 28 Prozent vorhergesagt

In mehreren Aktionen seit dem Sommer führte Verdi in Dortmunder Kliniken vor Augen, was passiert, wenn das Pflegepersonal alle Vorschriften hundertprozentig umsetzen würde. Dann könnte nur die Hälfte der Patienten versorgt werden. In der Altenpflege sieht es nicht besser aus:

Vor drei Jahren schon entwickelte Professor Thomas Evers von der Hochschule für Gesundheit in Bochum ein Szenario für Dortmund bis zum Jahr 2030. Danach werden dann fast 20.000 Menschen pflegebedürftig sein, eine Zunahme um 28 Prozent. Die Personallücke in der Altenpflege sieht der Wissenschaftler bei rund 5000 Fachkräften - allein in Dortmund.

Beschäftigtenzahl eigentlich gestiegen

Dabei ist seit 2006 die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft gestiegen. Nach Angaben der Wirtschaftsförderung, basierend auf Zahlen der Agentur für Arbeit, gab es in Dortmunder Krankenhäusern Mitte 2016 10.730 Beschäftigte. Zehn Jahre zuvor waren es 9665.

In den Altenheimen waren bis Mitte 2016 4770 Pflegekräfte beschäftigt, zehn Jahre zuvor erst 3438. In den ambulanten Diensten arbeiteten 2776 Kräfte, 2006 erst 1042.

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