Erste geehrte Frau seit 15 Jahren

TU-Rektorin Ursula Gather erhält den City-Ring 2018

Dortmund - Erstmals nach 15 Jahren erhielt wieder eine Frau den City-Ring. Dortmunds Kaufleute ehrten mit ihrer höchsten Auszeichnung am Mittwoch die Rektorin der Technischen Universität Dortmund, Prof. Ursula Gather. Es gratulierten unter anderem BVB-Präsident Reinhard Rauball und Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Aber nur eine Preisträgerin war dabei.

Nicht um City und Handel, sondern um Forschung und Hochschulen ging es gestern bei der Cityring-Verleihung im Westfälischen Industrieklub am Alten Markt. Eine zu mindestens 90 Prozent männliche Gesellschaft feierte Preisträgerin Prof. Ursula Gather (65) für ihre Verdienste. Darunter auch Jutta Geißler-Hehlke, zuletzt die einzige lebende Cityring-Trägerin. "Eine wunderbare Entscheidung", sagte die ehemalige Leiterin der Mitternachtsmission. "Ursula Gather hat mit der TU weit über Dortmund hinaus und auch international gewirkt."

Wie sie freut sich auch Annie Sarfeld vom Verein ProKultur "über jede weibliche Person, die mit dem Cityring geehrt wird." Ursula Gather habe sehr viel für die TU geleistet und es geschafft, in eine Männerdomäne einzubrechen. Sie schätze die Weisheit und Kooperation der Frauen.

Zukunftsträchtiger Wissenschaftstandort Dortmund

Dirk Rutenhofer, Vorsitzender des Cityrings, betonte in seiner Festrede vor knapp 300 Gästen, dass die Wahl für den Ring 2018 nichts mit dem 50-jährigen Jubiläum zu tun habe, dass die Universität in diesem Jahr feiert. "Unter Ihrem Rektorat haben Sie den Wissenschaftsstandort Dortmund gestärkt und zukunftsträchtig aufgestellt", lobt er.

Diesen Faden griff Oberbürgermeister Ullrich Sierau auf: Die Preisträgerin stehe wie kaum jemand anders dafür, dass Dortmund eine Wissenschaftsstadt geworden ist. Durch den entsprechenden Masterplan sei der Strukturwandel sichtbar geworden.

Große Verdienste um die TU

Rutenhofer unterstrich das Persönliche der Auszeichnung, indem er Leben, Laufbahn und Erfolge der Rektorin und Professorin für mathematische Statistik und industrielle Anwendung skizzierte. Er nannte die Erhöhung der Studierendenzahlen seit dem Amtseintritt 2008 von 22.000 auf mehr als 34.000, die beeindruckende Zahl von 6200 Mitarbeitern und ihr Engagement für die Kooperation der Ruhrgebiets-Universitäten.

Er hob ihren Anteil am Masterplan Wissenschaft hervor und ihren Posten als Vorsitzende in der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Seit Oktober 2013 ist sie damit Vertreterin der größten Aktionärin beim Thyssen-Krupp-Konzern. Auch in der City sei die TU sichtbarer geworden, etwa durch den "Campus Stadt" im U und Projekte wie Bild und Klang in der Reinoldikirche.

"Silicon Dortmund"

Ursula Gather sagte, sie verstehe den Cityring als sehr große Ehre und als Auszeichnung für die gesamte Universität und alle Wissenschaftseinrichtungen. Noch sei das mit der Wissenschaftsstadt aber nicht in allen Köpfen angekommen. Man könne ruhige ein wenig stolzer sein auf "Silicon Dortmund" mit dem einzigartigen Profil der TU, den hohen Studierendenzahlen, dem oft kopierten Masterplan und einem der größten Technologiezentren Europas. In ihrer Dankesrede nahm sie sich deshalb den Satz "Wir sind die Wissenschaftsstadt Dortmund" vor und machte ihn schmackhaft.

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