Erste private Investoren für den Dortmunder Hafen

Leuchtturm und Lensing Media Port in der Speicherstraße

Dortmund - Die Stadt hat Investoren für einen Neubau und den Umbau eines alten Gebäudes an der Speicherstraße in der Dortmunder Nordstadt gefunden. Sie wollen digitale Gründer und Entwickler in den Hafen bringen.

"Jetzt geht es los", verkündete Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Nach jahrzehntelangem Stillstand kommt endlich Bewegung in die Entwicklung des alten Speicherquartiers am Dortmunder Hafen. Die Stadt hat zwei private Investoren an der Angel, die vor allem die digitale Gründerszene ans Wasser bringen wollen.

Sieger des Ideenwettbewerbs vorgestellt

Mit einem Interessenbekundungsverfahren hatte die Stadt Investoren für einen Neubau am Santa-Monika-Anleger und einen Umbau des alten Gebäudes an der Speicherstraße 2 gesucht. Am Freitag wurden die Sieger des Ideenwettbewerbs vorgestellt, die nun noch vom Rat der Stadt bestätigt werden müssen.

Den Neubau unmittelbar neben der Hafenbrücke am Sunderweg will eine Bietergemeinschaft aus dem Bauunternehmen Hofschroer aus Lingen und dem Dortmunder Immobilienentwickler Apodo nach Plänen des Esslinger Architekturbüros Bräuning Höhne realisieren.

Das Gebäude macht zwar nicht von der Höhe her, aber mit seiner transparenten Glasfassade, die am Abend leuchten wird, dem Arbeitstitel "Leuchtturm" alle Ehre. Sechs Geschosse hat das Gebäude über der Hafenkante. Das Entree mit Gastronomie liegt im ersten Obergeschoss. Das wiederum ist über eine große Freitreppe erreichbar und bietet von der Terrasse aus einen ganz besonderen Blick auf den Hafen.

Im Innern des "Leuchtturms" ist auf knapp 3000 Quadratmetern Platz für frei einteilbare Büros, die teilweise als sogenannter "Co-Working-Space" vor allem von Existenzgründern genutzt werden können. Ein erster Mieter ist mit dem bislang im Hörder Stiftsforum beheimateten Weiterbildungsinstitut WbI und seinem Gründerprojekt Garage Dortmund gefunden.

Medienhaus Lensing plant "modernen Ideenspeicher"

Es gibt im Haus gemeinsame Besprechungs- und Konferenzräume und eine Dachterrasse im zum Sunderweg hin abgestuften Dachgeschoss, erläutert Architekt Christoph Höhne. Rund 8 Millionen Euro sollen in den Neubau investiert werden, kündigt Apodo-Geschäftsführer Jörg Borchers an.

Eine ähnliche Größenordnung hat der Umbau des benachbarten Speichergebäudes, das zum "Lensing Media Port" werden soll. Das Medienhaus Lensing will hier seine digitalen Aktivitäten bündeln, kündigte Unternehmens-Chef Lambert Lensing-Wolff an, der von einem "modernen Ideenspeicher" spricht.

Auf mehr als 6000 Quadratmetern Nutzfläche ist auch Platz für andere kreative Entwickler und Digitalagenturen. Auch hier soll es Co-Working-Flächen, Tagungsräume und Gastronomie geben. "Der Hafen ist der ideale Platz, um die digitale Zukunft zu entwickeln", ist Lambert Lensing-Wolff überzeugt. Die Nachbarschaft vieler junger Unternehmen biete beste Voraussetzungen für Austausch und Zusammenarbeit.

Promenade am Hafenkai

Das Konzept für den Umbau des gut 60 Jahre alten Gebäudes liefert das Dortmunder Architekturbüro Schamp + Schmalöer. Der alte Industriecharme des Hauses soll weitgehend erhalten bleiben, verspricht Architekt Richard Schmalöer. Verschwinden wird lediglich der Anbau an der Ostseite. Er macht Platz für eine große gläserne Halle über vier Etagen, die gewissermaßen zum "Showroom" des Lensing Media Port wird.

"Die Speicherstraße wird zu einem neuen digitalen und urbanen Gründungs- und Wissensquartier", freut sich Wirtschaftsförderungs-Chef Thomas Westphal über die Planungen. Die Stadt flankiert die privaten Investoren mit einem Umbau der Speicherstraße und der Hafenpromenade, die bald zum Flanieren einladen soll.

Dortmunder Hafenpromenade soll neu gestaltet werden

Der neue Kanal in der Speicherstraße ist schon gelegt, als nächstes sollen der Platz am Santa-Monika-Anleger und die Hafenpromenade neu gestaltet werden - auch hier mit vielen Erinnerungen an die Industriezeit, wie Oberbürgermeister Ullrich Sierau andeutet.

2019 soll der Umbau starten, erklärte Planungsdezernent Ludger Wilde. "Zur Zwischenpräsentation des ?Nordwärts'-Projekts 2020 soll schon etwas zu sehen sein", sagte Sierau. "Nach langen Jahren des Hin und Her haben wir jetzt das sehr sichere Gefühl, dass es jetzt vorwärts geht."

Dass der Seemanns-Knoten für die Entwicklung der Speicherstraße endlich durchschlagen ist, hofft auch Hafen-Direktor Uwe Büscher. "Heute ist der Tag, an dem es nicht mehr darum geht, ob, sondern wann etwas realisiert wird", stellte er fest.

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