Erster Dortmunder eSports-Verein

Erster eSports-Verein bekommtin Marten ein Zuhause

Marten - "Dortmund eSports" - so heißt der erste Verein für Fans von PC-Spielen in unserer Stadt. Ein leer stehendes Ladenlokal in Dortmund-Marten wird das zukünftige Vereinsheim sein. Dort soll dann aber nicht nur gezockt werden.

Von Beate DönnewaldMonika Rößler, Sprecherin des Martener Forums, hat für "ihren" Stadtteil Marten viele Träume. Einer davon: "Marten wird Hochburg des eSports". Ganz abwegig ist dieser Gedanke nicht - denn in Marten lässt sich Dortmunds erster Verein für Anhänger von PC-Spielen, der Verein "Dortmund eSports", nieder. Mit sehr ambitionierten Gründungsmitgliedern. Wir haben den aktuellen Stand in "Fragen und Antworten" zusammengefasst.

Was ist überhaupt eSports? eSports ist die Abkürzung für "elektronischer Sport". Laut Wikipedia bezeichnet man damit den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mithilfe von Computerspielen. Die Geschichte des eSports reicht bis in die 1950er Jahre zurück.

Ist die Vereinsgründung bereits abgeschlossen? Fast. Die Gründungsmitglieder waren bereits beim Notar, momentan liegen die Unterlagen beim Amtsgericht.

Warum wird der Verein "Dortmund eSports" sein Domizil in Marten haben? Der Vorsitzende Christopher Brand wohnt in Marten und hat einen Aufruf von Monika Rößler auf Facebook zur "Belebung des Stadtteils" gelesen. Durch Vermittlung des Martener Forums kann der Verein voraussichtlich ein leer stehendes Ladenlokal kostengünstig mieten. "Hier in Marten wird uns ein Zuhause gegeben", so Brand.

Warum brauchen Gamer überhaupt einen Verein? Der Verein "Dortmund eSports" verfolgt mehrere Ziele. Erstens geht es ihm um die Anerkennung des eSports als Sportart in Deutschland. Der 2. Vorsitzende Peter Kistner begründet das so: "Wie bei jeder Sportart sind auch hier Motivation, Teamfähigkeit und Können, in diesem Fall die Hand- und Gehirn-Koordination, gefragt." Durch Vereine könne man für die nötigen Strukturen und eine gewisse Sichtbarkeit sorgen.

Zweitens geht es darum, den Spielern über den Verein Coaches, Trainer, Analysten an die Seite zu stellen und Turniere auszutragen. Und drittens wolle man die Spieler einfach aus "ihren Höhlen" holen, damit man sich real trifft. Der Verein sieht sich in der sozialen Verantwortung.

Wird im Vereinsheim ausschließlich gezockt? Auch, aber nicht nur. Es geht den Vereinsgründern außerdem um Aufklärung rund um die Themen Computer und Gaming. Sie wollen den vernünftigen Umgang mit Medien schulen und bei der Einschätzung von Spielen helfen. Dazu soll es auch Informationsabende geben. "Wir wollen ein Vorbild für Jüngere sein und ihnen ein angemessenes Zeitmanagement vermitteln", so Christopher Brand. Auch die Eltern habe man im Blick: "Eltern wissen oft gar nicht, was ihre Kinder am Computer machen." Es soll zudem eine Gemeinschaft entstehen - auch außerhalb des Spielens am PC. Zusammen Pizza essen, mal eine Partie Schach spielen, auch das ist zukünftig geplant.

Wie reagieren andere Spieler auf den neuen Verein? Zwei Eichlinghofener sind von der Idee begeistert. Sie haben gezielt im Internet danach gesucht und sind so auf "Dortmund eSports" gestoßen. "Wir spielen viel am PC und waren auf der Suche nach Austausch", sagen Jacqueline und Carsten Kanditt. Die 34-Jährige ist Diplom-Psychologin, ihr Mann (38) arbeitet als Versicherungskaufmann. Carsten Kanditt wird sich künftig als Abteilungsleiter und Gamemanager für das Spiel "Heartstone", ein Online-Sammelkartenspiel, innerhalb des Vereins engagieren. Heartstone ist das Hobby des Eichlinghofener Ehepaars. Zum Zeitpunkt des Pressetermins belegte Carsten Kanditt europaweit Rang 3000.

Warum sind die meisten Spiele so brutal? Der größte Teil ist das gar nicht. Zu eSports gehören nämlich auch Kartenspiele wie Solitär, Fifa (Fußballsport-Simulation) und Rollenspiele..

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