Erster gegen Letzter

BVB setzt in Stuttgart auf Marco Reus und Paco Alcacer

Der BVB reist zum VfB Stuttgart. Es ist das Duell Letzter gegen Erster. Auf dem Papier ist die Sache klar, doch Trainer Favre plagen Defensiv-Sorgen - außerdem ist es der achte Spieltag.

Das Fass ließe sich jetzt natürlich wunderbar aufmachen. Vergangene Saison, würde es dann heißen, da ging bei Borussia Dortmund nach dem siebten Spieltag alles schneller den Bach runter als bei der SPD. Von Tabellenplatz eins auf Rang acht. In zwei Monaten. Und Abfahrt.

"In allen Bereichen stabiler"

Am achten Spieltag hatte der Absturz begonnen. 2:3 gegen RB Leipzig im eigenen Stadion. Ganze drei Punkte kratzte der BVB danach bis zum 15. Spieltag und der Entlassung von Peter Bosz noch zusammen. Aus Meisterschaftshoffnungen wurden Katastrophensaison-Ängste. Wie das so ist im Fußballkalender, steht ein Jahr später wieder ein achter Spieltag an. Der BVB ist wieder Tabellenführer, und zumindest die Fans fangen wieder an, vorsichtig von einer großen Meisterparty zu träumen. Mal wieder auf dem Lkw um den Borsigplatz - das wäre lässig.

"Ich bin froh, dass wir da stehen, wo wir stehen", sagt Michael Zorc. Der BVB-Sportdirektor verspürt keine allzu große Sorge, dass der achte Spieltag in dieser Saison der Startschuss zu einer erneuten Geisterbahnfahrt durch die Liga sein könnte. "Natürlich haben wir das Szenario der vergangenen Saison noch vor Augen", sagt Zorc, "ich glaube allerdings, dass wir in allen Bereichen deutlich stabiler sind." Ihm gefalle das Auftreten der Mannschaft jetzt wesentlich besser.

Personelle Probleme in der Abwehr

In der Tat deutet wenig darauf hin, dass der BVB in diesem Jahr am achten Spieltag noch einmal so aus der Spur geraten könnte wie vor einem Jahr. Die Mannschaft wirkt gefestigt, ist in der Lage, Spiele zu drehen, bringt zumeist eine viel bessere Balance zwischen Offensive und Defensive auf den Platz. Und ganz nebenbei besitzt der VfB Stuttgart, mit fünf Punkten Tabellenletzter, auch nicht unbedingt die Qualität von RB Leipzig. Neuer Trainer hin, Markus Weinzierl her.

Das Einzige, was derzeit wirklich Schrecken verbreitet im schwarzgelben Lager, ist die Personalsituation in der Abwehr. In Manuel Akanji, der bislang noch keine Pflichtspielminute in dieser Saison verpasste, fällt der Abwehrchef des BVB mit Hüftproblemen bis zur nächsten Länderspielpause Mitte November aus. Auch der etatmäßige Linksverteidiger Marcel Schmelzer steht wegen Knieproblemen mindestens für die Partie beim VfB, wahrscheinlich aber noch länger, nicht zur Verfügung. "Die Verletzung könnte noch etwas dauern", sagt Schmelzer. Zwei aus Vier also. Das Glas in der Viererkette des BVB ist eher halbleer als halbvoll.

Alcacer vor Startelf-Premiere in der Liga

Lucien Favre wird also ein wenig puzzeln müssen in der Defensive. Er habe ein "Luxusproblem im Mittelfeld, aber bestimmt nicht in der Abwehr", sagt der BVB-Trainer. Am wahrscheinlichsten ist, dass Achraf Hakimi, eigentlich Rechtsverteidiger - auf die linke Abwehrseite rückt, und Abdou Diallo - zuletzt Aushilfs-Linksverteidiger - wieder in der Innenverteidigung spielt. Ömer Toprak ist nach überstandenem Muskelfaserriss noch nicht wieder bereit für einen Einsatz von Beginn an - und auch die erstmalige Umstellung auf eine Dreierkette wäre eine Überraschung.

Zumindest in der Offensive kann Favre dagegen aus dem Vollen schöpfen. Marco Reus hat seine Kniebeschwerden rechtzeitig überstanden, Torgarant Paco Alcacer dürfte erstmals ein Startelfkandidat in der Bundesliga sein. Es soll nichts schief gehen an diesem achten Spieltag. Es soll weitergehen. Michael Zorc sagt. "Wir stehen erst am Anfang des Weges."

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