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Der Prozess um eine mutmaßliche Irrfahrt hat in Essen begonnen.

Prozessauftakt

Ein Mann rast mit einem Auto durch die Fußgängerzone – war es Mordversuch?

Das Landgericht in Essen versucht die Hintergründe des spektakulären Vorfalls zu klären. Noch hat der Angeklagte keine Erklärung dazu abgegeben.

Nach einer lebensgefährlichen Irrfahrt durch die Essener Fußgängerzone muss sich 20-Jähriger seit Freitag wegen Mordversuchs vor Gericht verantworten. Der junge Mann soll am Morgen des 29. März 2019 laut hupend mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf mehrere Personen zugefahren sein. In der Anklage ist von Tempo 60 bis 100 die Rede. Die Fahrt hatte damals in zwei Bundesländern Anti-Terror-Einsätze ausgelöst.

Am Landgericht Essen findet der Prozess statt.

Hintergrund soll laut Staatsanwaltschaft eine psychische Erkrankung des Flüchtlings aus Tadschikistan sein. Zum Prozessauftakt vor dem Essener Landgericht hat er sich selbst noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Laut Anklage war er am Tattag mit dem Auto seines Vaters zu einer Sparkassenfiliale in der Essener Innenstadt gefahren, um eine neue Bankkarte abzuholen. Als er dort abgewiesen wurde, weil er keine Ausweispapiere dabei hatte, sei er verärgert gewesen und in die Fußgängerzone gefahren.

Passanten konnten sich gerade noch in Sicherheit bringen

Mehrere Passanten konnten sich laut Anklage gerade noch in Sicherheit bringen. Der Wagen des 20-Jährigen soll teilweise nur knapp an ihnen vorbeigerauscht sein. Verletzt wurde niemand. "Er hat sich bemüht, niemanden zu erwischen", sagte Verteidiger Andreas Renschler am Rande des Prozesses. "Deshalb hat er ja auch die ganze Zeit gehupt."

Der Angeklagte wurde in seinem Auto festgenommen. Aufgrund einer paranoiden Schizophrenie kommt auch eine Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie in Betracht.

So wurde nach der vermeintlichen Amokfahrt berichtet. 

In Frankfurt wurde diese Woche ein Fußgänger angefahren und getötet.

dpa

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