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Vor dem Landgericht Essen hat der Mordprozess gegen einen Rentner begonnen, der nach 52 Ehejahren seine Frau ermordet haben soll.

Prozessbeginn am Essener Schwurgericht

Essen: Rentner tötet Gattin nach 52 Ehejahren - "ich habe mir das einfacher vorgestellt"

Ein Rentner taucht blutverschmiert bei der Polizei auf und sagt: "Ich habe gerade meine Frau umgebracht." Jetzt steht er in Essen vor Gericht – und schweigt.

  • Ein 73-jähriger Rentner steht seit Montag vor dem Essener Schwurgericht unter Mordaklage.
  • Er soll seine 68-jährige Frau mit einer Weinflasche geschlagen, sie gewürgt und sie schließlich mit Messerstichen bearbeitet haben.
  • Offenbar handelte der Mann aus Eifersucht und Existenzangst.

Es muss eine gespenstische Szene gewesen sein: Vor rund sechs Monaten ist ein Rentner mit blutverschmierter Kleidung auf dem Essener Polizeipräsidium aufgetaucht und hat den Beamten diesen Satz gesagt: "Ich habe gerade meine Frau umgebracht." Seit Montag steht der 73-jährige Deutsche nun vor Gericht – und schweigt. Die Anklage lautet auf Mord.

"Er war völlig ruhig, fast apathisch"

Es war der 25. November 2019 um kurz nach acht Uhr, als der Rentner die Wache betreten hat. "Er war völlig ruhig, fast apathisch", erinnerte sich einer der Polizisten als Zeuge vor dem Essener Schwurgericht. Dem 73-Jährigen wurden nicht einmal Handschellen angelegt. Bei seiner Vernehmung gab er später an, dass sich seine Frau trennen wollte – nach 52 Ehejahren. Deshalb habe es für ihn nur zwei Auswege gegeben: Entweder er nehme sich selbst das Leben – oder er töte seine Ehefrau.

Das Motiv? Existenzangst und Eifersucht. "Er hatte Sorgen, dass er mit seinem Leben nicht mehr klarkommt", so ein Vernehmungsbeamter im Prozess. 

Mit der Flasche zugeschlagen, gewürgt und zugestochen

Die 68-Jährige hat laut Anklage noch geschlafen, als der Angeklagte an ihrem Bett auftauchte. In der Anklage ist von einer Weinflasche die Rede, mit der der 73-Jährige zugeschlagen hat. Erst auf den Kopf, dann auf den Körper. Die Frau muss verzweifelt gekämpft haben. Ihr Mann hatte nach der Tat tiefe Kratzwunden an den Händen und am Hals. "Ich habe mir das einfacher vorgestellt", hatte der 73-jährige später zu Protokoll gegeben. Dann habe er seine Frau gewürgt. Er sei wie in einem Rausch gewesen. Am Ende sei er in die Küche gegangen und habe ein Messer geholt. "Um das Ganze abzuschließen", so der Vernehmungsbeamte vor Gericht.

Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht dem Angeklagten lebenslange Haft. 

dpa

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