Am besten schmeckt Bier aus dem passenden Bierglas. (Bild: dpa)
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Die Polizei beendete eine ausufernde Party am Baldeneysee in Essen. (Symbolfoto)

Alle Corona-Regeln ignoriert

Ausufernde Party am Baldeneysee in Essen: Dieser Bundesliga-Fußballprofi soll unter den Gästen gewesen sein

Die Polizei hat eine in Corona-Zeiten illegale Party in Essen gesprengt. Dabei gewesen sein soll ein Fußballprofi aus der Bundesliga. Jetzt ist sein Name bekannt.

Update, 20.1., 17.28 Uhr: Der Fußballprofi Breel Embolo von Borussia Mönchengladbach ist nach Überzeugung der Essener Polizei nach einer illegalen Party am frühen Sonntagmorgen über ein Dach vor den Beamten geflohen. Embolo bestreitet, an der Party teilgenommen zu haben. Er hatte am Montag bei Instagram bestätigt, dass seine Personalien von der Polizei aufgenommen worden sind. Allerdings sei er nicht bei der Party gewesen. Die Polizei habe ihn in einer Wohnung angetroffen, die sich «im unmittelbaren Umfeld» des Lokals befunden habe, in dem die Party stattfand.

Verein zweifelt nicht an Embolos Aussage

«Solange es kein anderes Ermittlungsergebnis gibt von der Polizei, glauben wir Breel Embolo», sagte ein Vereinssprecher als Reaktion auf die neuen Informationen von der Polizei. Der Club hatte bereits zuvor erklärt, Embolo habe glaubhaft versichert, nicht bei der Party gewesen zu sein.

Die Polizei bleibt bei ihrer Darstellung

Ein Polizeisprecher schilderte den Ablauf am Mittwoch folgendermaßen: Beim Eintreffen der Polizei sei aus dem coronabedingt geschlossenen Lokal am Essener Baldeneysee eine Person durch ein Fenster aufs Dach geflohen. Die Person sei über das Dach zu einer angrenzenden Wohnung gerannt und habe die Wohnung durch ein weiteres Fenster betreten. Die Polizei habe sich Zutritt zu der Wohnung verschafft und dort eine einzelne Person angetroffen. Diese Person sei Embolo gewesen, sagte der Sprecher.

Update, 19.1., 20.27 Uhr: Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose hat seinen Spieler Breel Embolo wegen des möglichen Verstoßes gegen die Corona-Schutzordnung kritisiert. «Es ist völlig sinnfrei, am Samstagabend um 2.30 in der Pandemiezeit als Person der Öffentlichkeit mit dem Kumpel zu einem anderen Freund zu fahren. Schon in dem Moment habe ich eine Corona-Regel gebrochen», sagte Rose dem TV-Sender Sky am Rande des Bundesliga-Spiels gegen Werder Bremen am Dienstag. Rose hatte mit Embolo wegen des Vorfalls telefoniert. «Er hat uns glaubwürdig versichert, dass er kein Teil irgendeiner Party war», sagte der Coach. Dies wäre für Rose auch ein Unding. «Eine Party zu feiern in diesen Zeiten, wäre ein erheblicher Unterschied.»

Update, 19.1., 17.41 Uhr: Nach der Auflösung einer illegalen Party in Essen, im Zuge derer Vorwürfe gegen Borussia Mönchengladbachs Fußballprofi Breel Embolo aufgekommen waren, wertet die Stadt Essen jetzt die von der Polizei gefertigten Anzeigen aus. Die angezeigten Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung würden nun geprüft, sagte Stadtsprecherin Silke Lenz am Dienstag. «Dann wird es entsprechende Bußgeldbescheide geben.» Grundlage sei der Bußgeldkatalog des Landes Nordrhein-Westfalen. In die Bewertung würden dabei auch Fotoaufnahmen der Polizei sowie Aussagen von Beteiligten einfließen. Der Stadt liege der Polizeibericht über den Einsatz vor. Zu dessen Inhalt machte die Sprecherin keine Angaben. Laut Polizei hatten sich am frühen Sonntagmorgen 23 Männer und Frauen in einem coronabedingt geschlossenen Lokal am Essener Baldeneysee zu der Party getroffen. Ein Polizeisprecher hatte am Montag gesagt, dass unter den Männern auch ein Profifußballer war, den Namen aber nicht genannt.

Update, 19.1., 15.32 Uhr: Illegale Party oder gemütlicher Fernsehabend? Breel Embolos möglicher Verstoß gegen die Corona-Regeln sorgt weiter für Verwirrung. Während der Fußballprofi des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach bestreitet, Teilnehmer einer Fete in Essen gewesen zu sein, blieb die Polizei auch am Dienstag bei ihrer Darstellung. «Wir kennen die Aussage des Herrn Embolo. Wir haben keinen Einsatz in der Nachbarschaft gehabt. Unser Einsatz konzentrierte sich auf das Gebäude des Gastronomiebetriebs», sagte ein Sprecher der Essener Polizei auf Anfrage. Embolo beteuerte, nicht bei der Party gewesen zu sein, bei der am Sonntagmorgen knapp zwei Dutzend Menschen ohne Abstand und Masken gefeiert hatten. «Es trifft aber nicht zu, dass ich an einer Party teilgenommen habe. Das ist eine falsche Darstellung», schrieb der 23-Jährige bei Instagram. Er bestätigte aber, dass am Sonntag seine Personalien von der Polizei Essen im Rahmen eines Einsatzes zu einer illegalen Party aufgenommen worden sind.

Update, 19.1., 7.17 Uhr: Nach dem Skandal um eine illegale Corona-Party am Baldeneysee in Essen steht fest: Ein bekannter Bundesliga-Spieler des Vereins Borussia Mönchengladbach könnte an der ausufernden Feier teilgenommen haben. Es soll sich laut mehrerer übereinstimmender Medienberichte um Breel Embolo handeln.

Nach Informationen der Deutschen Presseagentur (DPA) hatte die Polizei Embolos Personalien bei der Auflösung der Party aufgenommen. Am späten Abend bestätigte der Schweizer in einer über den Twitter-Account seines Vereins verbreiteten Mitteilung diesen Umstand. Dies sei jedoch in der Wohnung eines Kollegen gewesen, bei dem er Basketball habe sehen wollen.

Gladbachs Stürmer-Star Embolo wehrt sich auf Instagram: „Falsche Darstellung“

Diese Wohnung „befand sich in unmittelbaren Umfeld des Lokals, in dem diese Party stattfand“, schrieb Embolo auf Instagram. Und weiter: „Es trifft aber nicht zu, dass ich an einer Party teilgenommen habe. Das ist eine falsche Darstellung.“ Bei seinem Kollegen gewesen zu sein, bezeichnete er als Fehler. „Ich hätte nicht dort sein sollen, das war ein Fehler und leider kann ich deshalb morgen im Spiel gegen Bremen nicht dabei sein und das tut mir sehr leid“, schrieb der 23-Jährige.

Wegen möglicher Corona-Verstöße im Zusammenhang mit der Party hatte der Fußball-Bundesligist den Stürmer „vorsorglich“ aus dem Kader für das Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen gestrichen. Das teilte der Club am Montagabend mit. Damit steht der 23-Jährige nicht im Aufgebot für die Partie am Dienstagabend (18.30 Uhr/Sky).

Schwere Vorwürfe gegen Gladbachs Stürmer-Star Breel Embolo (r.) nach einer illegalen Party am Baldeney-See in Essen.

Corona-Verstöße am Baldeneysee in Essen: Polizei trifft 23 Männer und Frauen an

Erstmeldung, 18.1., 18.23 Uhr: Eine Party mit 23 Männern und Frauen hat die Polizei am Wochenende in einem eigentlich coronabedingt geschlossenen Ausflugslokal am Essener Baldeneysee aufgelöst. Wie die Polizei am Montag berichtete, hatten die Beamten am frühen Sonntagmorgen 15 Frauen und 8 Männer im Alter von 21 bis 41 Jahren angetroffen. Ein Polizeisprecher bestätigte einen Bericht der WAZ, dass unter den Männern auch ein Profifußballer einer Mannschaft aus der 1. Bundesliga war. Um wen es sich handelte, sagte er nicht.

Party-Teilnehmer in Essen halten Abstandspflicht und Masken-Gebot nicht ein

Die Männer und Frauen hätten sich offensichtlich zu einer Party verabredet, erklärte die Polizei. „Es wurden weder Abstände eingehalten noch eine Mundnasenbedeckung getragen“, sagte der Sprecher. Eine üblicherweise von Passanten einsehbare Glasfront war mit rotem Tuch vor neugierigen Blicken geschützt. Die Beamten entdeckten außerdem leere Gläser, alkoholische Getränke, Wasserpfeifen, Snacks und eine Musikanlage. Keiner der Feiernden sei in Essen wohnhaft, hieß es weiter. Sie seien größtenteils aus dem Raum Düsseldorf, Köln und Stuttgart gekommen. Alle 23 erhielten eine Anzeige und mussten das Lokal anschließend verlassen.

Corona-Party in Essen: Anwohner beschweren sich über laute Musik und Stimmen

Ob der Betreiber der Gastronomie von der Party (auch in Herten hatte es kürzlich einen ähnlichen Massenauflauf von Feiernden gegeben) wusste und warum dort eingeladen wurde, wird noch ermittelt. „Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit einem Sportereignis einige Stunden zuvor“, so die Polizei weiter.

Die Party flog auf, nachdem sich Anwohner über lautstarke Musik und Stimmen beschwert hatten. Bei einem ersten Einsatz gegen Mitternacht hatten die Polizisten noch keine Hinweise auf eine große Party entdecken können (in Schwerte wurden dagegen rund 20 Menschen beim Haareschneiden und Kiffen ertappt). Erst bei einem zweiten Einsatz zweieinhalb Stunden später wurde dann die Feier entdeckt.

dpa/lnw

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