Zu einem mutmaßlichen Drogendeal wurde die Polizei gerufen.
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Zu einem mutmaßlichen Drogendeal wurde die Polizei gerufen.

Familie beklagt Rassismus

Randale gegen Polizei bei mutmaßlichem Drogendeal

  • Randolf Leyk
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Zunächst hatten Mitarbeiter des Ordnungsamtes Essen beobachtet, wie auf einem Schulhof ein mutmaßlicher Drogendeal stattfand, dann gab es Randale gegen die später hinzugerufene Polizei.

Nach einem Hinweis waren die Ordnungsamtmitarbeiter zu einem Schulhof an der Zechenstraße gefahren, weil dort einige Bürger gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen haben sollen. Vor Ort bot sich dem Team aber noch ein anderes Bild: Denn die Gruppe zerstreute sich plötzlich in alle Himmelsrichtungen, vergaß jedoch mehrere Taschen, die auf dem Boden liegen blieben.

Ein kurzer Blick genügte, um zu erkennen, dass auch jede Menge Marihuana dabei war sowie diverse Sporttaschen und eine Feinwaage. Das Ordnungsamt schaltete umgehend die Polizei ein, die daraufhin in den umliegenden Straßenzügen nach den mutmaßlichen Drogendealern fahndete. Es dauerte auch nicht lange, ehe man auf eine Gruppe in einem nahe gelegenen Hinterhof aufmerksam wurde.

Die sechsköpfige Gruppe junger Männer (zwischen 23 und 31 Jahre alt) wurde von Zivilbeamten kontrolliert. Dabei wurde ein Mann (23) zweifelsfrei in Zusammenhang mit der Flucht identifiziert. Die anderen fünf sollten mit auf Polizeipräsidium genommen werden - ohne Verstärkung erschien dies ein unmögliches Unterfangen. Also riefen die Zivilbeamte weitere Kollgeginnen und Kollegen hinzu.

Polizei vermutet Drogengeschäft

Dann eskalierte die Situation: Denn unvermittelt tauchten auch der 25-jährige Bruder sowie die Mutter (56) eines Verdächtigen (23) auf. Der 25-Jährige gab sich dabei äußerst aggressiv und provokativ. Er versuchte mehrfach zu seinem Bruder zu gelangen und durch die Polizeiabsperrung zu laufen. Polizisten mussten ihn immer wieder davon abhalten. Letztlich gab es einen Platzverweis. Doch damit nicht genug. Der Mann beschimpfte die Beamten und behauptete, dass es sein gutes Recht sei, zu seinem Bruder gehen zu dürfen.

Was blieb der Polizei anderes übrig, als erneut zu erklären, wie sich der Sachverhalt darstellte. Erneut sollte der Bruder den Bereich verlassen. Einsicht zeigte er jedoch nicht, weshalb die Beamten ihn festnehmen wollten. Beim Versuch, ihm Handfesseln anzulegen, wehrte er sich erneut und stürzte laut Polizeibericht mit einem Beamten zu Boden. Derweil versuchte die 56-jährige Mutter ihrem Sohn zu helfen. Auch sie musste daher kurzfristig gefesselt werden.

Festgenommener spricht von rassistischem Übergriff

Für den 25-Jährigen und die sechs verdächtigen Männer, die mutmaßlich bei einem Drogengeschäft gestört wurden, ging es danach aufs Revier, wo der 25-Jährige Schmerzen im Arm beklagte. Ein hinzugerufener Arzt attestierte aber die „Gewahrsamsfähigkeit“. Erst in den Abendstunden durfte der Essener wieder nach Hause. Dabei bekräftigte er noch enmal seine Schmerzen und das Vorhaben, die Polizei wegen des rassistischen Übergriffs anzuzeigen. Die sechs verdächtigen Männer durften ebenfals wieder die Wache verlassen.

Drogenfund auch in Haltern am See

Bei zwei Einsätzen wegen des Verstoßes gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz wurden am frühen Mittwochmorgen (2. Dezember) zwei Männer im Alter von 44 und 45 Jahren von SEK-Einheiten der Polizei in Haltern festgenommen. Der Einsatz fand in einem abgelegenen Haus zwischen Markenkamp und Holtwicker Straße  statt.

Wegen bewaffneten und unerlaubten Drogenhandels in 27 Fällen ist erst kürzlich ein 25-jähriger aus Recklinghausen am Landgericht Bochum zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Allerdings könnte der geständige Dealer schon deutlich früher wieder freikommen.

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