Eurofighter kennen sich

Das sagt Olaf Thon zu den Trainer-Spekulationen auf Schalke

GELSENKIRCHEN - Welcher Trainertyp kann den FC Schalke 04 nach einer sehr enttäuschenden Saison sportlich eher stabilisieren? Ein erfahrener Coach wie Dieter Hecking oder ein jüngerer Übungsleiter wie David Wagner? Das ist eine wesentliche Richtungsentscheidung, die der FC Schalke 04 in Kürze treffen muss.

Aktuell scheint etwas mehr für David Wagner als neuen Schalker Trainer zu sprechen. Der 47-Jährige war mit Huddersfield Town vor zwei Jahren sensationell in die Premier League aufgestiegen, schaffte in der ersten Saison fast noch sensationeller den Klassenerhalt und trat im Januar 2019 zurück, nachdem seine Mannschaft abgeschlagen mit nur zwei Siegen aus 22 Spielen am Tabellenende lag und der Abstieg schon perfekt war. Der Uefa-Cup-Trumph 1997 mit Schalke 04 war Wagners größter Erfolg in seiner Spielerkarriere. Im Finale kam er zwar nicht zum Einsatz, doch er bestritt imerhin fünf Uefa-Cup-Partien in dieser für Schalke großartigen Saison.

„Wenn ich ihn mit seinem besten Freund Jürgen Klopp vergleiche, war David damals eher ein ruhiger Typ. Seine Arbeit als Trainer kann ich nicht beurteilen“, erzählt Olaf Thon, damals Kapitän der Eurofighter beim größten Erfolg der Vereinsgeschichte, im Gespräch mit dieser Redaktion. Der 52-Jährige verfolgt intensiv, wie sich der ehemalige Schalker Spieler und Trainer entwickelt. „Mit André Pawlak, der jetzt beim 1. FC Köln auf der Trainerbank sitzt, habe ich zum Beispiel den A-Trainerschein gemacht“, verrät die Schalke-Legende.

Bundesliga wäre Neuland

Und welche Lösung würde Thon jetzt im Hinblick auf die Trainerfrage bei seinem Herzensklub favorisieren? „Für mich gibt es keine jungen oder alten Trainer, was zählt, ist der sportliche Erfolg. Deshalb würde ich mir wünschen, dass ein Trainer auf Schalke mal drei bis fünf Jahre am Stück arbeiten kann. Denn das würde im Umkehrschluss auch bedeuten, dass er erfolgreich ist“, betont Thon.

Doch nachdem Huub Stevens das erste Mal Trainer auf Schalke wurde und dieses Amt fast sechs Jahre – von 1996 bis 2002 – ausübte, wechselten die Schalker Trainer sehr schnell. Kontinuität gab es so gut wie nie. Gegen Wagner könnte sprechen, dass ihm die Erfahrung als Bundesliga-Trainer fehlt. Doch diese hatte auch Domenico Tedesco bei seinem Amtsantritt nicht und wurde trotzdem in seinem ersten Schalke-Jahr Bundesliga-Vizemeister.

Für Wagner spricht, dass er in Huddersfield bewiesen hat, auch mit geringen finanziellen Mitteln eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen. Dabei schreckte der 47-Jährige auch nicht vor unkonventionellen Maßnahmen zurück. Mit einem „Überlebenstraining“ als Teambuilding-Maßnahme begann seinerzeit sein erster Arbeitstag in Huddersfield, womit er den Zusammenhalt nachaltig stärkte

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