Evangelischer Kirchentag

Fast 600 Seiten Programm: Ganz Dortmund wird zum Kirchentag

2000 Veranstaltungen in fünf Tagen bietet der Evangelische Kirchentag vom 19. bis 23. Juni in Dortmund. Jetzt liegt das komplette Programm vor, das wieder viel Polit-Prominenz bietet.

Eines ist sicher: Auch, wenn man mit Kirche nichts am Hut hat, wird man in Dortmund zwischen dem 19. und 23. Juni am Evangelischen Kirchentag nicht vorbeikommen. "Überall, wo Platz ist, in Dortmund, ist Kirchentag", kündigt Kirchentags-Generalsekretärin Julia Helmke an. Dafür sorgt ein proppevolles Programm mit gut 2000 Veranstaltungen, das am Montag vorgestellt wurde.

Und Dortmund ist dabei nicht nur Schauplatz, sondern oft auch Thema von Veranstaltungen. Die erwarteten mehr als 100.000 Dauerteilnehmer werden viele Gelegenheiten haben, Dortmund kennenzulernen - als "eine exemplarische Stadt im Wandel", wie es Julia Helmke ausdrückt.

Angela Merkel trifft Friedensnobelpreis-Trägerin

Eine große Rolle spielt bei Kirchentagen traditionell aber auch die Polit-Prominenz. Die Riege wird in Dortmund angeführt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Aber auch drei seiner Vorgänger werden in Dortmund erwartet.

Joachim Gauck spricht über "German Angst", Christian Wulff über die Vielfalt der Religionen in Deutschland und Horst Köhler über das Verhältnis zwischen Europa und Afrika. "Zum ersten Mal sind alle lebenden ehemaligen und der amtierende Bundespräsident auf einem Kirchentag", freut sich Kirchentags-Präsident Hans Leyendecker.

Zu den erwarteten Spitzenpolitikern gehören außerdem Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in Dortmund der Friedensnobelpreis-Trägerin und ehemaligen Präsidentin von Liberia Ellen Johnson-Sirleaf begegnen wird, die Ministerpräsidenten Armin Laschet, Winfried Kretschmann und Markus Söder und diverse Bundesministerinnen und -minister.

"Vertrauen" ist das zentrale Thema

Roter Faden für das Programm ist das biblische Kirchentags-Motto "Was für ein Vertrauen". "Jede Veranstaltung hat etwas mit diesem Vertrauen zu tun", erklärt Leyendecker. Man wolle damit Zeichen setzen gegen die Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft.

Abseits von prominenten Gästen will der Kirchentag dabei alle Teilnehmer mitnehmen. Der Dortmunder Kirchentag biete so viele partizipative und interaktive Formate wie noch nie an, erklärt Julia Helmke. Und man gehe bewusst an Alltagsorte etwa in der Nordstadt. Es gebe kaum einen besseren Platz, um auf einem Kirchentag über die Realität im Lande zu reden, stellt Hans Leyendecker fest.

In der Nordstadt gibt es ein Zentrum für Kinder im Dietrich-Keuning-Haus, ein Zentrum für Jugendliche am Fredenbaum-Platz und ein Zentrum Kulturkirche im Depot an der Immermannstraße.

Die Arbeitswelt-Ausstellung (Dasa) in Dorstfeld wird zum Schauplatz für interreligiösen Dialog, in der Warsteiner Music Hall auf Phoenix-West geht es um soziale Gerechtigkeit, im Union-Gewerbehof im Union-Viertel um das Thema Wandel. Und das Mallinckrodt-Gymnasium am Rande der City wird zu einem großen Workshop-Haus mit mehr als 160 Veranstaltungen.

Diskusionen über Umwelt- und Klimapolitik

Im Mittelpunkt stehen Themen wie Migration und Integration, Bildungsgerechtigkeit, Antisemitismus, Umwelt und Klimapolitik. In einem Zentrum Stadt und Umwelt an den Westfalenhallen wird beispielsweise die "Fridays for Future"-Aktivistin Luisa Neubauer mit TV-Moderator Eckart von Hirschhausen und jungen Menschen aus dem Dortmunder Projekt "Wege zur Nachhaltigkeit" diskutieren.

Erstmals gibt es auf einem Kirchentag auch ein Zentrum Sport. "Sport gehört in besonderer Weise nach Dortmund und in die Region", erklärt die Präses der Westfälischen Landeskirche Annette Kurschus.

Wer will, kann Dortmund auch bei zahlreichen Touren und Führungen etwa durch das Fußballmuseum oder über den Skywalk auf Phoenix-West kennenlernen. Es gibt aber auch einen Stadtrundgang zum Thema Rechtsextremismus in Dortmund.

Kultur und Musik spielen ebenfalls eine große Rolle. Es gibt Programm im Opern-, Schauspiel- und Konzerthaus, zahlreiche Konzerte sowohl in Kirchen, wie auch auf großen Bühnen auf den City-Plätzen oder auch im FZW und der Warsteiner Music Hall.

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