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An Laubbäumen brechen immer mehr Äste ab. 

Ist der fehlende Regen schuld? 

Große Äste krachen zu Boden - so leiden unsere Bäume 

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Besorgte Waldspaziergänger melden den Forstämtern im Ruhrgebiet in diesen Wochen immer mehr abgebrochene, belaubte Äste. Sie krachen bei „Grünastabbrüchen“ ohne Vorwarnung zu Boden. Ist der fehlende Regen die Ursache?  

Tatsächlich haben erste Städte damit begonnen,Straßenbäume zu fällen. Am Mittwoch hat der Leiter des Regionalforstamts Ruhrgebiet, Reinhart Hassel, vor der Gefahr herabstürzender Äste in den Wäldern gewarnt. Es ist nicht einmal Wind nötig. Die Äste brechen häufig in Abendstunden ab, aber auch tagsüber. Manchen sind 30 Zentimeter und mehr dick, können mehrere hundert Kilo wiegen. Wer unter solche einen Ast gerät, hat kaum eine Chance. Den Forstämtern im Ruhrgebiet lägen in diesem Sommer bereits mehr als 20 Abbrüche gemeldet worden – bislang soll niemand verletzt worden sein. Vorsorge zu treffen, ist nicht möglich. Anders als bei trockenen Ästen ist ein Grünastabbruch vorab nicht zu erkennen.   

Zellen verlieren ihre Spannung

Forstexperte Hassel betont, dass es noch keine eindeutige Erklärung für das Phänomen gebe, das hauptsächlich Laubbäume betrifft. Für ihn liegt aber ein Zusammenhang mit der lang anhaltenden Trockenheit auf der Hand: Normalerweise saugen die Baumkronen Wasser aus dem Boden, das mithilfe halbdurchlässiger Zellen von den Wurzeln bis in die Blätter transportiert wird. „Ist kein Wasser oder nicht genügend Feuchtigkeit vorhanden, wird Luft angesaugt“, so Hassel. Der Druck in den Zellen fällt ab, es entsteht eine Luftembolie, die Zellen verlieren ihre Spannung, können das Gewicht der Äste nicht mehr tragen. Der Forstamtsleiter rechnet vor: „2017 hatten wir ein Niederschlagsdefizit, die Bäume sind schon mit wenig Wasser im Boden in das Jahr 2018 gestartet. Dazu kamen verschiedene Stürme. Das hat dazu geführt, dass die Bäume viele von ihren Feinwurzeln – diese sind u. a. für die Wasseraufnahme verantwortlich – durch das Hin- und Herschwanken verloren haben. Neubildungen? Fehlanzeige, denn der Sommer 2018 war zu heiß. Und zu trocken. Dann kam das Frühjahr 2019. Die Bäume haben mit ihren letzten Reserven neue Blätter ausgetrieben. Mitten im Austrieb kam erneut die Trockenheit. Folge: die Blätter, vor allem der Buche, rollten sich zusammen, damit sie der Sonne weniger grüne Blattmasse bieten, um so den Wasserbedarf und den –verbrauch zu reduzieren.“ 

Für viele Bäume ist es fünf nach zwölf

Und weiter: „Unser momentanes Wetter, unsere Klimaveränderungen sind das Ergebnis einer hausgemachten Erhöhung der Temperaturen. Darin sind sich inzwischen die Mehrzahl der Wissenschaftler einig, seit 35 Jahren werden es jährlich immer mehr. Nur die Politiker, die scheinen es immer noch nicht zu verstehen. Die erzählen uns seit 35 Jahren, es wäre fünf vor zwölf. Fünf vor zwölf? Das war vor 35 Jahren, vielleicht auch noch vor 10 Jahren. Aber wir leben im heute, die Forstleute sehen es täglich, zumindest im Ruhrgebiet, aber auch deutschlandweit: Jeden Tag sterben mehr Bäume ab, sind unwiederbringlich verloren, für die ist es längst fünf nach zwölf.“

Jetzt müssen wegen der Trockenheit auch in Oer-Erkenschwick einige Bäume gefällt werden.

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