Exxon macht Rückzieher

Vorerst kein Fracking im Münsterland

Region - Der Energiekonzern Exxon Mobil plant nun doch vorerst keinen Einsatz der umstrittenen Fracking-Technik bei der Suche nach Erdgas im münsterländischen Nordwalde.

Das Unternehmen habe einen neuen Bohrantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg als Bergbehörde des Landes eingereicht, teilte eine Sprecherin des Unternehmens am Dienstag mit.

Exxon Mobil zieht damit Konsequenzen aus einem Erlass der Landesregierung an die Bergbehörde: Bis zum Sommer 2012 dürfen keine Erdgasbohrungen mit der umstrittenen Fracking-Methode genehmigt werden.

Nun kündigte Exxon Mobil an, an der fraglichen Stelle würden zwar Erkundungen durchgeführt, die Bohrung danach aber wieder aufgefüllt. „Dadurch wird ein Frac in Zukunft unmöglich“, sagte die Sprecherin. Bei den Probebohrungen will Exxon Mobil nach eigenen Angaben nicht wie zunächst vorgesehen auch Gesteinsproben entnehmen. Bei der Bezirksregierung in Arnsberg ist aber noch kein Antrag eingegangen. „Wir haben bisher nur die Pressemitteilung auf dem Tisch liegen“, sagte ein Sprecher der Abteilung Bergbau und Energie in NRW am Dienstag auf dpa-Anfrage.

Die Behörde wartet derzeit ein Gutachten des Landes über die Fracking-Risiken ab, bevor sie entsprechende Anträge genehmigt. „Wir vermuten, dass Exxon Mobil nun versucht, wieder etwas Bewegung in die Debatte um unkonventionelle Erdgasgewinnung zu bringen“, sagte der Sprecher der Bezirksregierung. Die Fracking-Pläne einiger Energiekonzerne in Nordrhein-Westfalen stoßen bei Bürgerinitiativen und Politikern seit Monaten auf harsche Ablehnung. „Wenn uns der Antrag vorliegt, werden wir die Angelegenheit mit den beiden zuständigen Ministerien in Düsseldorf besprechen und prüfen, inwieweit er unter den Erlass fällt“, so der Sprecher weiter.

Exxon Mobil erklärte hingegen, die Auswertung historischer und bisher gewonnener Daten aus anderen Bohrungen hätten das Unternehmen veranlasst, sein Konzept zu ändern. Um das unter dem Erdboden vermutete Kohleflözgas zu fördern, müsse nicht zwingend „gefract“ werden. „Die Chancen, auf dieses Verfahren verzichten zu können, sehen wir bei etwa 50 Prozent“, berichtete die Sprecherin. Eine Entscheidung darüber, ob Exxon Mobil einen Antrag für eine Frac-Maßnahme stellt, will das Unternehmen erst im März 2012 fällen - falls ein vom Konzern einberufener Expertenkreis „grünes Licht“ gebe.

Die Gegner der Gasbohrungen zeigten sich am Dienstag wenig überrascht von der neuen Vorgehensweise des Unternehmens. „Wir haben genau das erwartet“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative in Nordwalde, Jörn Krüger. „Bei einer unkonventionellen Gasförderung bestehen auch ohne Fracking noch genug Risiken. Und in ein, zwei Jahren kann Exxon Mobil ohne weiteres an anderer Stelle wieder eine Bohrung beantragen, die auf Fracking hinauslaufen könnte.“

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