Facebook-Aktion

Initiative will Dortmunds Altes Rathaus wieder aufbauen

DORTMUND - Die Idee geistert schon seit Jahren durch diverse Architektur-Foren im Internet: Warum wird nach dem Vorbild anderer Städte nicht auch das historische Dortmunder Rathaus wieder aufgebaut? Jetzt gibt es bei Facebook ganz offiziell eine Initiative für den Wiederaufbau. Es gibt auch schon eine Idee.

Gestartet wurde die von den Dortmundern Björn Wrocklage und Lucas Kaufmann betreute Facebook-Seite schon vor acht Jahren. Richtig Schub hat sie aber in den letzten Wochen bekommen. 208 Mitglieder haben sich inzwischen angeschlossen, teilen Dokumente zum Rathaus und auch Animationen, wie sich der Bau in die heutige Kulisse des Alten Marktes zwischen Karstadt-Sporthaus und Krone am Markt einfügen könnte.

Und es soll nicht bei den Aktivitäten im Internet bleiben. "Für Mitte Februar planen wir ein erstes Treffen", berichtet Lucas Kaufmann, 28 Jahre alt und "Dortmunder durch und durch", wie er selbst sagt. Später könnte die Gründung eines Vereins folgen.

Proteste gegen Abriss des Rathauses

Der Einsatz hat durchaus Tradition. Schon Mitte der 1950er Jahre protestierten der Historische Verein und viele Bürger gegen den endgültigen Abriss des im Bombenkrieg zerstörten Rathauses. Immer wieder wurde der Ruf nach Wiederaufbau laut. Zuletzt startete der damalige Bürgermeister Willi Reinke Mitte der 1970er Jahre eine Initiative dazu - wenn auch für einen Nachbau am Neuen Markt, dem heutigen Friedensplatz.

Doch ist heute ein Wiederaufbau an alter Stelle überhaupt möglich? "Man darf die Hoffnung nie aufgeben", meint Lucas Kaufmann. Zumindest die Rekonstruktion der Fassade vor dem heutigen Hansa-Carree hält er für denkbar.

Spätgotische Fassade wieder aufgebaut

Das beste Beispiel dafür liefert die Stadt Wesel, wo es vor wenigen Jahren mit Hilfe einer Bürgerstiftung und Fördermitteln des Landes gelungen ist, die spätgotische Fassade des im Krieg zerstörten Rathauses vor einer modernen Häuserzeile am Marktplatz wieder aufzubauen.

Dass die Erinnerung an die Dortmunder Geschichte gerade auch in der jüngeren Generation wachgehalten wird, zeigt auch das Beispiel von Christopher Jung. Der Software-Entwickler hat am Computer das Alte Rathaus und seine Umgebung nachgebaut und ermöglicht so einen virtuellen Rundgang über den Alten Markt im Jahre 1909 (siehe Link oben).

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