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Nicht ohne Schutzkleidung: Mitarbeiter eines Baumdienstes saugen die Raupen des Eichenprozessionsspinners von Bäumen an der Ortlohschule.

Fälle häufen sich

Eichenprozessionsspinner gesichtet - was ist dann zu tun?

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KREIS RE - Seit rund zehn Jahren breitet sich der Eichenprozessionsspinner in der Region aus. Immer mehr Bürger melden sich bei den Städten, wenn die Raupen mit den giftigen Haaren entdeckt werden. Was ist dann zu tun?

Im Waltroper Grünflächenamt steht an diesem Montagmorgen das Telefon kaum still. „Wir bekommen zahlreiche Meldungen von beunruhigten Bürgern“, beklagt Fachfrau Michaela Heßelmann. „Der Eichenprozessionsspinner breitet sich derzeit in unseren öffentlichen Parks und Gärten fleißig aus.“ Betroffen ist der gesamte Kreis Recklinghausen. Die wichtigste Empfehlung lautet: Abstand halten – und die Raupennester keineswegs eigenhändig entfernen!

Warum können die kleinen Raupen gefährlich werden?

„Häufig kommt es beim Kontakt mit den Brennhaaren zu allergischen Reaktionen an der Haut, die mit Rötungen und einem teils starken, mehrere Tage andauernden Juckreiz einhergehen können“, warnt das Umweltbundesamt. Werden die Brennhaare eingeatmet, kommt es durch die Reizung der Schleimhäute zu Husten, Bronchitis und Asthma. Gelangen sie in die Augen kann eine Bindehautentzündung die Folge sein. Bei empfindlichen Menschen sind Fieber und Schocks möglich. Dann muss der Arzt helfen.

Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich Eichenprozessionsspinner entdecke?

„Befallene Gebiete wie etwa Wälder sollten grundsätzlich gemieden werden“, mahnt der Regionsverband Ruhr. Kommt es zum Kontakt, empfehlen die Experten den Körper und den Kopf gründlich zu reinigen sowie die Kleidung bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine zu waschen.

Treten die Tiere in diesem Jahr häufiger auf als in den Vorjahren?

„Eindeutig ja. Durch das trockene und warme Wetter im Frühjahr, wenn sich die Raupen entwickeln, und im Sommer, wenn sich die Falter ausbilden, konnte sich das Insekt ideal fortpflanzen – und zwar seit Jahren“, beobachtet Niels Ribbrock von der Biologischen Station Kreis RE in Lembeck. „Eigentlich stammt die Art aus dem Mittelmeerraum, sie wandert aber seit Jahren immer weiter nach Nordosten“, erklärt Ribbrock. Starke Regenfälle wären der „natürliche Feind“ der Raupen – doch die sind Mangelware.

Wie gehen Experten gegen den Eichenprozessionsspinner vor?

Frank Vofrei, Chef von Baumdienst Vofrei in Haltern, berichtet, dass Fachfirmen mit Schutzkleidung, Atemschutz, Brille und Handschuhen gegen die Raupen vorgehen. Mit einem speziellen Sauger, der eigentlich für das Absaugen von Asbest entwickelt wurde, werden die Tierchen von den Bäumen in spezielle Filtertüten gesaugt. Ein Filter in dem Sauger saugt die kleinen Härchen auf, um so ein Aufwirbeln in der Luft zu verhindern. Anschließend landen die Tiere in einem 200-Liter-Behälter, der als Sondermüll in der Müllverbrennungsanlage RZR in Herten verbrannt wird.

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