Fahrdienst auf dem Hauptfriedhof

Friedhofs-Mobil muss wieder auf den Prüfstand

Dortmund - Alle zwei Jahre muss die Stadt Dortmund das Geld für einen Senioren-Transportdienst auf dem Hauptfriedhof zusammenkratzen. Das Angebot ist so gut, dass es unbefristet weiterlaufen sollte.

Seit mehreren Jahren schon bietet der Dortmunder Hauptfriedhof seinen Besuchern einen Fahrdienst an, der Senioren die Teilnahme an Beerdigungen oder die Grabpflege ermöglichen soll. Denn die Wege auf dem 110 Hektar großen Gelände sind lang - und Materialien wie Gartengeräte, Blumenerde und Pflanzen sind vor allem für ältere Menschen zu schwer. Mit Elektrofahrzeugen transportieren Langzeitarbeitlose die Besucher von A nach B.

Zwei Jahre befristet

Die Arbeitsverträge der Fahrer sind immer nur auf zwei Jahre befristet. Alle zwei Jahre müssen die Stadt Dortmund und das Jobcenter deshalb das Geld für die Projektverlängerung zusammensuchen. Das sind Beschäftigungsmaßnahmen, die immer wieder den Namen wechseln. Angefangen hat es vor Jahren mit dem Begriff "Arbeitsbeschaffungsmaßnahme". Langzeitarbeitslose sollen mit öffentlich geförderten Projekten den Weg in den ersten Arbeitsmarkt finden.

Wer ein Elektrofahrzeug über den Hauptfriedhof steuert, hat nach zwei Jahren ein Problem. Die Nachfrage nach diesem Angebot ist zwar groß, aber einmal auf dem Hauptfriedhof für den Transportdienst qualifiziert, gibt es für den ehemals Langzeitarbeitslosen auf dem ersten Arbeitsmarkt keinen freien Arbeitsplatz - denn niemand sonst in Dortmund bietet einen Seniorenfahrdienst auf Friedhöfen an. Außer die Stadt Dortmund selbst.

Transport auf Hauptfriedhof

Dass die Nachfrage auf dem Hauptfriedhof groß ist, bestätigt Ralf Dallmann, Chef des kommunalen Eigenbetriebs: "Das ist seit vielen Jahren ein etabliertes Angebot. Die Stellen sind von Anfang an auf zwei Jahre befristet und waren nie auf Dauer angelegt. Wir sind bestrebt, diese Arbeit fortzuführen." Die Verträge für den Fahrtdienst laufen Mitte Juli 2018 aus. Wenn der Hauptfriedhof in Zusammenarbeit mit anderen Behörden das Projekt fortführen kann, sind die Stellen neu zu besetzen.

Die Fahrer sind 40 Stunden pro Woche im Einsatz. Sie begleiten die Besucher bei Beerdigungen, fahren sie zu den Trauerfeiern und ermöglichen die Grabpflege. Sie schaffen soziale Kontakte und geben sogar ein Gefühl von Sicherheit, wenn sich die Senioren nicht allein auf dem Friedhof bewegen müssen.

Auf Transportdienst angewiesen

Der Vorsitzende des Dortmunder Seniorenbeirats, Franz Kannenberg, fordert die Verhandlungspartner auf, das Angebot langfristig abzusichern. "Wer auf dem Hauptfriedhof auf den Transportdienst angewiesen ist, weiß dieses Angebot zu schätzen. Da gibt es nichts zu diskutieren."

Geld sei in Dortmund nicht ohne Ende, aber auch nicht zu knapp verhanden. Man müsse es dort einsetzen, wo damit Hilfe sinnvoll angeboten werden könnte. Die ewige Diskussion um solche Projekte müsse aufhören. "Immer wieder haben wir diesen Stress auch bei den Behindertenfahrdiensten. Solche sinnvollen Angebote müssen wir dauerhaft anbieten", sagte Franz Kannenberg.

Er geht fest davon aus, dass für den Transportdienst auf dem Hauptfriedhof eine Lösung gefunden wird. Das sei für den Dortmunder Seniorenbeirat eine selbstverständliche Sache.

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