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Kopfballstark: Hier erzielt Salif Sané (l.) das 2:1 in Dortmund. Doch ob der Senegaler gegen Augsburg spielen kann, ist noch fraglich.

Feiern oder Zittern?

Stevens nimmt Schalke-Profis in die Pflicht

Gelsenkirchen - Ab und zu streute Huub Stevens am Freitag mal einen kleinen Witz in seine Ausführungen vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg (So. 13.30 Uhr/Eurosport Player) ein. Doch ansonsten blieb der Schalker Trainer – Derbysieg hin oder her – sehr ernst. Denn der 65-Jährige hat im Fußball zu viel erlebt, um Schalkes Lage schöner zu reden, als sie ist. Also redete Stevens seinen Profis noch einmal ins Gewissen.

„Wegen des Sieges in Dortmund ist nicht alles wieder gut. Es ist diese Saison nicht so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir müssen noch das ein oder andere aus dieser Spielzeit reparieren“, betonte Schalkes Jahrhunderttrainer und appellierte an Nübel und Co: „Ich hoffe, dass meine Spieler erwachsen genug sind, um zu wissen, wo wir stehen. Das Derby war vielleicht ein Pflaster, aber auch nicht mehr nach dieser Saison“.

Die nackten Zahlen geben ihm Recht. Schalkes gehört zu den heimschwächsten Bundesligamannschaften in dieser Spielzeit. Zehn Niederlagen auf eigenem Platz haben die Königsblauen in dieser Saison in der Bundesliga schon kassiert und in 15 Heimpartien erst 16 Treffer erzielt. Mit solch einer Bilanz steigt man normalerweise ab. Auch Stevens hat noch keinen „Dreier“ in der Veltins-Arena bejubeln dürfen, seit er dieses Amt von Domenico Tedesco übernommen hat.

Neben dieser eklatanten Heimschwäche drohen gegen Augsburg auch noch personelle Probleme in der Abwehr. Ob Salif Sané (Pferdekuss) und Jeffrey Bruma (muskuläre Probleme) zum Kader gehören, wird sich erst kurzfristig entscheiden.

Dass Schalke womöglich den Klassenerhalt schon vor dem Spiel so gut wie sicher hat, sollte der VfB Stuttgart an diesem Samstag in Berlin verlieren, interessiert Stevens herzlich wenig. „Ich konzentriere mich nur auf meine Mannschaft“, so der Routinier, der unbedingt mit so vielen Erfolgen wie noch möglich seine Tätigkeit auf Schalke beenden will.

„Als Spieler war er gut“

Deshalb gab er sich auch sehr wortkarg, als er Fragen zu seinem potenziellen Nachfolger David Wagner beantworten sollte, mit dem Schalke offenbar Einigung über eine Zusammenarbeit erzielt hat. „David war damals als Spieler einer, der nicht oft gespielt hat. Durch Verletzungen anderer kam er zu mehr Einsätzen. Ich kann nur über ihn als Spieler sprechen, aber ob er Trainer irgendwo wird, finde ich jetzt nicht wichtig. Als Spieler war er gut, auch wenn er starke Konkurrenz im Sturm hatte mit Martin Max und Youri Mulder oder Marc Wilmots“, sagte Stevens.

Am Sonntag zu ungewohnter Anstoßzeit will Schalke spätestens um 15.20 Uhr das Zittern um den Klassenerhalt beenden. Das wäre auch im Hinblick auf die Zukunftsplanungen sehr wichtig. Personell gibt es noch sehr viele Baustellen, die erst dann bearbeitet werden können, wenn der neue Trainer, der neue Sportdirektor und der neue Kaderplaner ihre Arbeit aufgenommen haben.

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