Feierstunde im Konzerthaus

457 Handwerksmeister erhalten ihre Meisterbriefe

Sie haben sich getraut, gebüffelt und nun durften sie die Ernte einfahren: 457 Meister und Meisterinnen im Handwerk haben Samstag ihre Meisterbriefe erhalten - und einen guten Rat.

Mut, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Drei Tugenden, die Handwerkskammerpräsident Berthold Schröder bei denen entdeckt haben will, die es im zum Meister schaffen. 457 neue Handwerkermeister müssen sie wohl besitzen.

Während andere Feierabend hatten, arbeiteten sie weiter, und während andere schon feierten, büffelten sie - mit viel Respekt und voller Stolz sprach der Dortmunder Kammerpräsident über die Leistungen derjenigen, die am Samstag im Konzerthaus ihren Meisterbrief empfingen: 90 Frauen und 367 Männer aus ganz Deutschland, die bei der HWK Dortmund erfolgreich ihre Prüfung abgelegt hatten - darunter viele Dortmunder.

Dank an die Familien der Meister

"Einfach nur gut ist nicht ausreichend", sagte der Kammerpräsident, die Handwerker hätten alle ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Schröder vergaß nicht, denjenigen zu danken, die oft mit im Saal waren: den Familienangehörigen und Freunden der jungen Meisterinnen und Meister, denn "ohne das Umfeld geht es nicht."

Angesichts der boomenden Konjunktur im Handwerk gab er den 457 Meistern und Meisterinnen auf den Weg, alles richtig gemacht zu haben, schließlich seien ihre Leistungen mehr gefragt denn je. Doch damit einher gehe eine besondere Verantwortung etwa durch die Gründung oder die Übernahme eines Unternehmens.

Mut zur Selbstständigkeit

"Fast jedes vierte Handwerksunternehmen im Kammerbezirk steht innerhalb der nächsten fünf Jahre zur Übergabe an", so Schröder, eine "großartige Chance auf dem Weg in die eigene Selbstständigkeit", so der gute Rat des Kammerpräsidenten. Auch fürs Ehrenamt warb Schröder, denn nicht zuletzt die Ehrenamtlichen seien es, die die Meisterprüfungen erst ermöglichten.

Mit einem Indianerblick - offenbar blendete ihn das Licht im Konzerthaus - machte sich Festredner NRW-Wirtschaftsminister Dr. Andreas Pinkwart auf die Suche nach der Digitalisierung im Handwerk. Die Hände über den Augen blickte er in den Saal und fragte, wer denn regelmäßig digital im Handwerk arbeitete. Er fragte nach den Dachdeckern, die mit einer Drohne Schäden in den Dächern suchten, nach den Installateuren, die am Computer schauten, ob die Badewanne auch ins Bad passte.

Studieren mit Meisterbrief

Angesichts der wenigen Finger die sich gen Konzerthaus-Himmel reckten schloss "Digital-Indianer" Pinkwart: "Hier gibt es noch viel zu tun" - und nahm die Anwesenden in die Pflicht, sich ums Digitale zu bemühen. Er verwies in dem Zusammenhang auf den Schulterschluss mit den Hochschulen, zu denen die Meister nun - Abitur hin oder her - zugangsberechtigt seien. Die 457 Meisterbriefempfänger hätten alle Chancen. "Sie sind die Zukunft!"

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