+
Am Landgericht in Bochum wird die Einbruchserie verhandelt.

Fensterbohrer

Angeklagter gesteht Einbrüche in Waltrop

WALTROP. - Im Prozess um die Serie von Wohnungseinbrüchen mit Hilfe eines perfiden „Bohrloch-Tricks“ hat der 41-jährige Angeklagte ein weitreichendes Geständnis abgelegt. Alle zwölf angeklagten Taten in Waltrop, Lünen und Sachsen nickte der Serientäter ab. Nur eins bestreitet er.

Es war Verteidiger Ulf Weinhold (Marienberg), der am Dienstag gleich zu Beginn des zweiten Prozesstags im Namen des Angeklagten eine schriftliche Geständnis-Erklärung verlas. „Nach der Trennung von meiner Ehefrau und meinen Kindern habe ich jeglichen Halt verloren“, beteuert der 41-Jährige darin.

"Am Schwarzbach" gelebt

Bis zu dem Bruch der Beziehung, so der gebürtige Albaner weiter, habe er in Italien gelebt. Danach dann sei er nach Deutschland eingereist. Nachdem er zunächst bei seinem Cousin – dem späteren Mittäter – im Raum Chemnitz untergekommen sei, hätten beide später in der Asylbewerberunterkunft „Am Schwarzbach“ in Waltrop gelebt.

Hoffnung auf Aussöhnung mit der Frau

„Ich habe gehofft, hier eine Arbeit zu finden und so eine Grundlage für eine Aussöhnung mit meiner Frau zu schaffen“, heißt es in der Erklärung des Angeklagten weiter. „Eine reguläre Arbeit konnte ich aber nicht aufnehmen, so dass ich mit meinem Cousin begann, Diebstähle zu begehen.“ In der Regel sei den Einbrüchen keine lange Planung vorausgegangen.

Diebesgut gegen Kokain getauscht

Zu dem Bohrloch-Trick an Fenster- und Türgriffen heißt es im Geständnis: „Die geschilderte Verfahrensweise entspricht dem, wie wir auch tatsächlich vorgegangen sind. Wir sind losgezogen und wenn uns ein Haus geeignet schien, sind wir dort eingestiegen. Die Beute haben wir dann meist in der Asylunterkunft verkauft oder direkt gegen Kokain eingetauscht.“ Allerdings will der 41-Jährige sicher „niemals in Dortmund einen Diebstahl begangen“ haben.

Mindestens 13 Einbruchscoups

Bis zum Januar 2016 sollen der Angeklagte und sein im Juni 2017 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilter Komplize laut Anklage mindestens 13 Einbruchscoups verübt haben. In Waltrop waren Häuser an den Straßen Unterlippe, Am Prozessionsweg, Am Stadtgarten und an der Gasstraße betroffen. Weggekommen waren bei den „Fensterbohrer-Coups“ in aller Regel Bargeld, Luxusuhren, Notebooks, Kameras, Handys und Schmuck. Nach eigenen Angaben war der Angeklagte Anfang 2016 in seine Heimat geflüchtet. 2018 will er unter einem Alias-Namen wieder nach Deutschland eingereist sein. Seit Dezember 2018 sitzt der 41-Jährige in U-Haft. Der Prozess wird fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

30-Meter-Baum stürzt in Herten auf ein vorbeifahrendes Auto - jetzt ermittelt die Polizei
30-Meter-Baum stürzt in Herten auf ein vorbeifahrendes Auto - jetzt ermittelt die Polizei
Nach schwerer Krankheit:  Ausnahmemusiker Matthes Fechner ist  gestorben
Nach schwerer Krankheit:  Ausnahmemusiker Matthes Fechner ist  gestorben
Live-Ticker: Hier ist was los auf den Fußballplätzen im Vest Recklinghausen
Live-Ticker: Hier ist was los auf den Fußballplätzen im Vest Recklinghausen
Jäger warnt vor mehreren Wildschweinen in Suderwich: Tiere können gefährlich werden
Jäger warnt vor mehreren Wildschweinen in Suderwich: Tiere können gefährlich werden
Einbrecher verwüsten Vereinsanlage - das ist beim SV Titania in Oer-Erkenschwick passiert
Einbrecher verwüsten Vereinsanlage - das ist beim SV Titania in Oer-Erkenschwick passiert

Kommentare