Festival zum Ramadan

Festi Ramazan in Dortmund soll 2019 zurück zum Remydamm

Die Politik unternimmt einen neuen Vorstoß zur Rettung des Festi Ramazan. Es soll geprüft werden, ob das Festival zum Fastenmonat Ramadan 2019 doch wieder am Remydamm stattfinden kann.

Die Botschaft der Verwaltung war eindeutig: "Für das Jahr 2019 ist in Dortmund keine geeignete Fläche für das Festi Ramazan vorhanden", teilte die Verwaltung in einer Vorlage für den Ausschuss für Bürgerdienste und öffentliche Ordnung mit. Doch damit wollte sich vor allem die SPD nicht zufriedengeben. In einem gemeinsam mit den Stimmen von Grünen und Linken/Piraten verabschiedeten Antrag fordert sie die Verwaltung auf, zu prüfen, ob das Festival nicht doch wieder auf dem Parkplatz E1/E2 am Remydamm stattfinden kann.

2012 und 2013 gab's Beschwerden von Anwohnern

Dort ging das Festi Ramazan schon 2012 und 2013 über die Bühne - was zu Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigung durch die auf den späten Abend konzentrierte Veranstaltung führte. Ähnlich war es 2017 am Fredenbaum-Platz an der Eberstraße. Nach Anwohnerprotesten lehnte die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost deshalb im vergangenen Jahr Pläne für das Festi Ramazan am Remydamm ab.

Das vierwöchige Fest fand daraufhin in verkleinerter Form auf dem Parkplatz A8 zwischen den Messehallen der Westfalenhallen und dem Signal Iduna Park am Rabenloh statt. Und das ohne Beschwerden, wie Schausteller Patrick Arens als Berater der Veranstalter feststellte.

Dazu bei trugen unter anderem kostenlose Parkplätze im Umfeld, der Verzicht auf Musik und eine aus Container aufgebaute Lärmschutzwand, die das Festivalgelände in Richtung Theodor-Fliedner-Heim abschirmte. "2018 haben sich die Unkenrufe, es sei zu laut, als falsch erwiesen", stellte Grünen-Ratsherr Friedrich Fuß fest.

Fastenmonat Ramadan rückt im Kalender weiter vor

In diesem Jahr und in den Folgejahren steht der Parkplatz A8 allerdings nicht zur Verfügung, weil er von den Westfalenhallen selbst benötigt wird.

Denn weil der Fastenmonat Ramadan im Kalender immer weiter vorrückt, würde das Fest mit Messen und BVB-Spielen kollidieren. In diesem Jahr fällt der Ramadan auf den Zeitraum vom 6. Mai bis 5. Juni.

Deshalb bringt der SPD-Antrag für dieses Jahr noch einmal die Parkplatz-Fächen am Remydamm ins Spiel. Hier sollen dann mit Blick auf Lärmschutz und Verkehr ähnliche Rahmenbedingungen wie 2018 gelten. Außerdem soll das Fest maximal bis 24 Uhr dauern, heißt es in SPD-Antrag. Das sei ein Kompromiss, der auf die Sorgen der Anwohner eingehe, erklärte SPD-Ratsherr Dirk Goosmann.

Die CDU ist skeptisch

Es dürfe keine übergebührliche Beeinträchtigung der Nachbarschaft geben, erklärte auch Rechtsdezernent Norbert Dahmen. "Entscheidend ist deshalb, dass das Lärmkonzept stimmig sein muss."

Skeptisch zeigte sich CDU-Ratsherr Friedrich-Wilhelm Weber. Man könne den bestehenden Beschluss der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost nicht einfach vom Tisch wischen, sagte er. "Ohne ein neues Votum der Bezirksvertretung machen wir das nicht mit."

Zustimmung gab es von der CDU allerdings für den SPD-Wunsch, für die Folgejahre Flächen auf der Westfalenhütte in der Nordstadt beziehungsweise auf dem früheren Areal von Hoesch-Spundwand an der Rheinischen Straße als Festivalort zu prüfen. Es müsse allerdings eine Platz-Garantie bis 2025 möglich sein, zumal der Veranstalter selbst für die Herrichtung der Fläche verantwortlich sein.

"Ein Fest, das weit über Dortmund hinausstrahlt"

Das Problem: Beide Flächen sind in Privatbesitz. Die Westfalenhütte gehört dem Thyssen-Krupp-Konzern, der auf einem Teil des riesigen Areals weiterhin Anlagen zur Stahlveredelung betreibt, die HSP-Fläche der Unternehmensgruppe Thelen. Und es gibt bereits Pläne für eine künftige Gestaltung der Flächen. Die Neugestaltung der HSP-Fläche mit Wohnen, Grün und Gewerbe soll beispielsweise im Mittelpunkt der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 stehen.

Ob unter diesem Vorzeichen das Festi Ramazan über mehrere Jahre auf einer der Flächen stattfinden kann, soll nun von der Verwaltung in Gesprächen mit den Eigentümern geklärt werden.

Patrick Arens machte im Ausschuss noch einmal auf die Bedeutung des Festivals aufmerksam. "Das Festi Ramazan hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Fest entwickelt, das weit über Dortmund hinausstrahlt. Es kommen Besucher aus ganz Westeuropa", berichtete er. "Deswegen wäre es schade, wenn wir in Dortmund nicht mehr in der Lage wären, dieses Fest zu ermöglichen."

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