Feuerwehr-Großeinsatz in Gartenstadt

Mann (51) und seine Mutter (82) sterben bei Brand

DORTMUND - Zwei Menschen sind beim Brand eines Reihenhauses in der nördlichen Gartenstadt Dortmunds ums Leben gekommen. Die Feuerwehr hatte gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen.

Die Malersiedlung in der nördlichen Gartenstadt zwischen Körne und Wambel ist eine ruhige und idyllische Wohnsiedlung. Am Mittwochmorgen wurde sie allerdings zum Schauplatz für einen Großeinsatz der Feuerwehr - mit tragischem Ende. Denn zwei Bewohner eines brennenden Wohnhauses an der Arnold-Böcklin-Straße, eine 84-jährige Frau und ihr 51-jähriger Sohn, konnten nur noch tot geborgen werden.

Eingangstür war stark verriegelt

Die Dramatik war zu Beginn noch nicht zu erahnen. Wegen "verdächtiger Rauchentwicklung aus einem Wohnhaus" war die Feuerwehr gegen 8 Uhr alarmiert worden, berichtete Feuerwehr-Sprecher Andreas Pisarski vor Ort. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, drang in der Tat dichter Rauch aus den geschlossenen Fenstern und dem Kamin des Hauses, dem zweiten in einem Riegel von insgesamt sechs Reihenhäusern am Südende der Arnold-Böcklin-Straße.

Das Tragische: Die Bewohner hatten die Eingangstür so gut gegen Einbrecher gesichert, dass auch für die Rettungskräfte kein Durchkommen war. Nur durch ein Fenster im Erdgeschoss gelang es den Feuerwehrleuten ins Haus zu kommen. Eine Aktion, bei der wohl wertvolle Zeit für die ersten Trupps verloren ging, die sich unter Atemschutz und mit Strahlrohr sofort auf die Suche nach Bewohnern des Hauses machten.

Das Problem: Es kam schnell zu einer Durchzündung der Rauchgase, durch die sich das Feuer sofort im gesamten Haus ausbreitete. Für die Bewohner kam so jede Hilfe zu spät: Ein 51-jähriger Mann wurde im Erdgeschoss tot aufgefunden, eine Frau, seine 84-jährige Mutter, im Obergeschoss. Die Sorge, dass sich noch eine dritte Person im Haus aufgehalten hatte, bestätigte sich nicht.

Die Suche und die Löscharbeiten gestalteten sich aber schwierig, weil die hölzerne Treppe, die ins Obergeschoss führte, weggebrannt war. Über Drehleitern versuchten die Wehrleute, das Feuer von außen einzudämmen und vor allem ein Übergreifen auf die Nachbarhäuser zu verhindern. Das gelang auch abgesehen von geringen Schäden im Dachbereich.

Warn-App Nina vermeldete Gefährdung

Die Nachbarhäuser mussten vorsorglich geräumt werden. Die gesamte Nachbarschaft wurde unter anderem über die Warn-App "Nina" aufgefordert, wegen der massiven Rauchentwicklung und der Geruchsbelästigung Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der nahe Supermarkt an der Stipskuhle musste vorübergehend schließen.

Auch Mitarbeiter von Donetz waren im Einsatz, weil die Gaszufuhr zum Brandort abgeschiebert werden musste. Für den gesamten Straßenzug der Arnold-Böcklin-Straße zwischen Am Rabensmorgen und An der Stipskuhle wurde zudem vorübergehend der Strom abgestellt.

Das Haus brannte währenddessen in voller Ausdehnung. Hohe Flammen schossen aus dem Dachgeschoss. Allein die Brandbekämpfung dauerte fast vier Stunden, sodass Einsatzkräfte immer wieder ausgewechselt werden musste. Während das Dachgeschoss, das von innen nicht zu erreichen war, über Drehleitern gelöscht wurde, wurden Glutnester im Keller, der mit Gegenständen vollgestellt war, mit Löschschaum bekämpft. Vermutet wird, dass der Brand hier schon in den frühen Morgenstunden ausgebrochen war.

Zeitgleich waren jeweils 70 Kräfte des Brandschutzes und des Rettungsdienstes im Einsatz, berichtete Pisarski. Erst gegen 12 Uhr wurden die ersten Schläuche eingerollt und Einsatzkräfte abgezogen. Zugleich begannen die Ermittlungsarbeiten der Polizei zur Brandursache, für die auch eine Drohne aus der Luft eingesetzt wurde.Es dauerte lange, bis in der Malersiedlung wieder Ruhe einkehrte.

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