Forschung

Roboter als Retter: Forscher bauen intelligente Systeme für Einsatz bei größter Gefahr

Kettenfahrzeuge mit Augen und Greifarmen sowie Drohnen, die Gefahren orten: Mit 11,9 Millionen Euro hat Dortmund den Zuschlag für ein einzigartiges Forschungsprojekt erhalten.

Der Dortmunder Stadtteil Hörde war in der Zeit der Industrialisierung die Wiege der Stahlindustrie im Ruhrgebiet. Längst sind die Innovationen an der Emscher ein Teil der Montangeschichte, auf die die Region noch heute stolz ist. Am 6. Dezember 2018 eröffnet das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf dem früheren Hochofenareal Phoenix-West in Hörde ein Projekt, auf das die Stadt Dortmund ebenso stolz ist: In der Microsystemtechnik-Fabrik (MST-Factory) an der Konrad-Adenauer-Allee entsteht ein Kompetenzzentrum für Robotersysteme. Diese Systeme sollen in "menschenfeindlichen Umgebungen" funktionieren. Der Name: "A-DRZ". Das steht für "Aufbau des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums".

Forscher aus Deutschland in Dortmund

Elf große und insgesamt 23 kleinere Projekt-Partner aus Deutschland, Schweden und Polen forschen unter der Regie des Dortmunder Instituts für Feuerwehr und Rettungsdiensttechnologie (IfR) für Einsätze unter extremen Bedingungen. "Aus Sicht unseres Instituts ist dies unser bisher größte Projekt", berichtet Dr. Hauke Speth von der Berufsfeuerwehr.

Das Forschungsministerium unterstützt die 20 Forscher und Entwickler in den kommenden vier Jahren. Deren Job: Robotersysteme zu entwickeln, die bei enormer Hitze, bei Einsturzgefahr, in Trümmern oder bei anderen Gefahren präzise funktionieren. Die Systeme sollen auf Kommandos reagieren oder auch autonom handeln können. Das Dortmunder Zentrum soll laut Forschungsministerium ein "nationales Kompetenzzentrum mit internationaler Strahlkraft" werden. Dabei geht es um die "terrestrische Gefahrenabwehr".

Von der MST-Factory ins Zentrum für Produktionstechnik

Die Ingenieure brüten zunächst in der MST-Factory jene Systeme aus, die dort zum Einsatz kommen sollen, wo ein noch so erfahrener Retter nicht überleben kann oder in großer Gefahr wäre. Später ziehen die Spezialisten in das benachbarte Zentrum für Produktionstechnik, wo die Rettungs-Roboter in einer Halle unter Laborbedingungen üben und lernen sollen.

Messsysteme liefern den Forschern und Entwicklern wichtige Daten. Was in der Halle geschieht, bleibt für die Bürger verborgen. Sichtbar sind die Systeme dann, wenn die Ingenieure ihre Halle und die Büros verlassen - zum Beispiel, um Drohnen einzusetzen. "Rund um die Hochöfen werden wir zu sehen sein", sagt Dr. Hauke Speth. Auf den Versuchsflächen erproben die Spezialisten, ob ihre Geräte für die zivile Gefahrenabwehr tauglich sind.

Die Stadt Dortmund schreibt: "Trotz guter Ausbildung, ausgereifter taktischer Konzepte und zuverlässiger Schutzausrüstung werden jedes Jahr weltweit zahlreiche Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit verletzt oder getötet. Mit fortschreitender technischer Entwicklung ist absehbar, dass mobile Robotersysteme künftig zunehmend Aufgaben übernehmen können, um die Einsatzabwicklung effektiver und sicherer für Einsatzkräfte, gefährdete Menschen und andere Schutzgüter zu gestalten."

Partner aus Deutschland, Schweden und Polen

Zum Start am 6. Dezember 2018 kommen sämtliche Projekt-Partner nach Dortmund. Das sind:

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Nach schwerer Krankheit:  Ausnahmemusiker Matthes Fechner ist  gestorben
Nach schwerer Krankheit:  Ausnahmemusiker Matthes Fechner ist  gestorben
Jäger warnt vor mehreren Wildschweinen in Suderwich: Tiere können gefährlich werden
Jäger warnt vor mehreren Wildschweinen in Suderwich: Tiere können gefährlich werden
Stürzender Baum zerstört vorbeifahrendes Auto komplett - Insassen hatten Riesenglück
Stürzender Baum zerstört vorbeifahrendes Auto komplett - Insassen hatten Riesenglück
Einbrecher in Herten verschanzt sich im Badezimmer - und ist plötzlich veschwunden
Einbrecher in Herten verschanzt sich im Badezimmer - und ist plötzlich veschwunden
Besondere Boutique füllt Leerstand in Herten: So lief die Eröffnung
Besondere Boutique füllt Leerstand in Herten: So lief die Eröffnung

Kommentare