Fortsetzung im Stalking-Fall "Uwe Kisker"

Der Angeklagte hofft nun auf Verfahrenseinstellung

Dortmund - Immer noch kein Schlussstrich im Stalking-Fall des Dortmunders Uwe Kisker: Weil der zu milden drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilte Serien-Anrufer erfolgreich Revision eingelegt hat, muss am Amtsgericht am Montag noch einmal neu verhandelt werden.

Uwe Kisker selbst ist am Montag nicht noch einmal als Zeuge geladen worden. "Ich bin total überrascht", sagte der Dortmunder Moderator, als er von dem neuen Prozess erfuhr. "Die Sache verfolgt mich immer noch jeden Tag." Er werde überall in der Stadt auf den Stalking-Fall angesprochen.

Außerdem gebe es auch heute noch anonyme Anrufe. Deshalb habe er sein Handy ab 22 Uhr ständig stumm geschaltet. Ob es sich dabei um den Angeklagten handelt, könne er natürlich nicht beweisen.

Der 55-jährige Angeklagte hatte die Serien-Anrufe immer bestritten, beim letzten Prozess am 10. Juli 2017 dann aber überraschend ein Geständnis abgelegt. "Es tut mir leid, das kommt nicht wieder vor", sagte er damals fast schon beiläufig.

Gravierende Rechtsfehler gefunden

Das Urteil war danach äußerst milde ausgefallen. Der Angeklagte konnte für sein penetrantes Telefon-Stalking "nur" wegen Körperverletzung und nicht wegen Nachstellung verurteilt werden. Dennoch legten der 56-Jährige und sein Verteidiger Burkhard Benecken Revision ein.

Und tatsächlich fanden die Richter am Oberlandesgericht in Hamm in dem Dortmunder Amtsgerichtsurteil einen so gravierenden Rechtsfehler, dass sie einen neuen Prozess anordneten.

"Mit Ausnahme der Feststellungen zu dem äußeren Tatgeschehen", heißt es in dem Beschluss, "wird das angefochtene Urteil aufgehoben".

"Immer mit einem blauen Auge davongekommen"

Eine noch mildere Strafe als die verhängten drei Monate Haft auf Bewährung wären für Uwe Kisker unfassbar. "Das Allerschlimmste ist, dass der Angeklagte in der Vergangenheit immer mit einem blauen Auge davongekommen ist", so der Moderator. "Ich habe alles unternommen, was rechtlich möglich ist. Aber es hat nichts genutzt."

Der Angeklagte hat sich vor knapp drei Jahrzehnten offenbar in den Kopf gesetzt, Uwe Kisker die Frau auszuspannen. Tatsache ist jedoch, dass es vonseiten der Frau nie ein Interesse an dem 55-Jährigen gab. Es folgten Telefonanrufe im Sekundentakt und auch bereits zwei Vorverurteilungen.

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