Fotos aus Häusern der Reichen

Bildband zeigt Dortmunds private Schwimmbäder

DORTMUND - In fremde Häuser zu schauen, ist spannend. Der Architekt Richard Schmalöer bietet mit seinem Bildband Einblicke in private Schwimmbäder. Und die atmen einen besonderen Zeitgeist. Unsere Bilderstrecke zeigt Impressionen von den schönsten privaten Schwimmbädern in Dortmund.

Die Leidenschaft für die ganz besondere Form der Schwimmbad-Kultur pflegt Richard Schmalöer schon seit längerer Zeit. "2004 hat der Fotograf Ralf Dördelmann schon erste Fotos von einem privaten Schwimmbad für mich gemacht", erzählt Richard Schmalöer.

Das sich daraus entwickelnde "Hobby" hatte auch einen beruflichen Hintergrund: Mehrfach bekam das seit 1992 bestehende Architekturbüro Schamp und Schmalöer Aufträge für den Umbau alter Schwimmbäder in normale Wohnräume. Ein ganz besonderer Bautyp schien verloren zu gehen. Schmalöer ließ deshalb immer wieder private Hallenbäder dokumentieren, sammelte Tipps, wo noch welche zu finden sind.

Schwimmbäder entstanden in 50er- und 60er-Jahren

Die dabei entstandene Sammlung zeigt, dass die privaten Schwimmbäder Zeugnisse einer ganz besonderen Zeit sind. Die meisten sind in den Wirtschaftswunderjahren der 1950er- und frühen 1960er-Jahre entstanden. "Es gibt nichts, was so für die Aufbruchsstimmung dieser Zeit spricht, wie das eigene Schwimmbad", stellt Schmalöer fest.

Sie entstanden in den Häusern der neuen Wohlstandsbürger, die es in der jungen Republik zu etwas gebracht hatten - und dies zeigen und genießen wollten.

"Schwimmen in Geld" heißt der Bildband

"Schwimmen in Geld" ist daher der passende Titel des Bildbands, den Richard Schmalöer veröffentlicht hat. Er ist auch Grundlage einer Ausstellung, die am 24.November eröffnet wurde - in den Räumen eines Privat-Schwimmbads an der Sckellstraße in der südlichen Innenstadt.

Es ist ein Bad, das für Richard Schmalöer mit vielen persönlichen Kindheitserinnerungen verbunden ist. Denn seine Eltern hatten das schicke Bungalow aus der Zeit der Bundesgartenschau 1959 nahe des Westfalenparks gekauft. Inzwischen ist das Wasser abgelassen, im Becken ein Zwischenboden eingezogen.

Bildband zeigt 17 private Bäder in Dortmund

Geblieben ist der besondere 50er-Jahre-Charme des Bades, gekrönt von einem plastischen Kunstwerk, das eine gesamte Wand einnimmt und Meeres-Motive zeigt. Auch diese Kunst am Bau ist typisch für die Pools dieser Zeit, die als "unterirdische Tempel der Freizeit", wie es Richard Schmalöer nennt, aufwendig gestaltet wurden.

Insgesamt 17 Bäder, festgehalten von sechs Fotografen, sind in dem Bildband dokumentiert. Neun davon stammen aus Dortmund, allesamt aus dem südlichen Stadtgebiet. Nur einige von ihnen werden auch noch als Schwimmbad genutzt. Umso wichtiger ist es, dass dieser besonderen Art der Baukultur aus der Zeit des Wirtschaftswunders mit Buch und Ausstellung ein Denkmal gesetzt wird.

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