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Die rund 13 000 Wohnungen der LEG NRW AG in Dortmund sollen in die Deutsche Wohnen AG übergehen.

Fragen und Antworten

Das sagt der Mieterverein zur möglichen LEG-Übernahme

DORTMUND - Rund 13.000 Wohnungen in Dortmund sind von der angekündigten Übernahme der LEG Immobilien durch die Frankfurter Deutsche Wohnen AG betroffen. Der Mieterverein Dortmund und Umgebung ist besorgt wegen der Folgen der Übernahme für die Mieter. Wir beantworten die fünf wichtigsten Fragen.

Worum geht es eigentlich?

Auf dem deutschen Wohnungsmarkt könnte ein neuer Riese entstehen. Die Deutsche Wohnen will mit der LEG zusammengehen. Gemeinsam kämen sie damit dichter an den frisch umbenannten Immobilienkonzern Vonovia heran.

Vonovia hatte im vergangenen Jahr den Konkurrenten Gagfah für 3,9 Milliarden Euro einverleibt und auch danach noch weiter zugekauft. Deutsche Wohnen wiederum übernahm den Wettbewerber GSW im Jahr 2013 und beschaffte sich jüngst im Juni über eine Kapitalerhöhung frisches Geld im Volumen von 900 Millionen Euro.

Den Aktionären der LEG bietet Deutsche Wohnen nun 3,3 neue eigene Aktien für jedes LEG-Papier und bewertet das Unternehmen damit mit 4,62 Milliarden Euro. Das ist ein Aufschlag von rund 13 Prozent auf den aktuellen Börsenwert. Für die neuen Aktien will die Deutsche Wohnen bei einer außerordentlichen Hauptversammlung im Oktober eine Kapitalerhöhung beschließen.

Wie sieht der Mieterverein Dortmund die Situation?

Kurzfristig würden die Mieter der LEG NRW AG zwar keine Veränderungen bemerken, so der Mieterverein, – alle Mietverträge bleiben gültig –, doch in der Folge der Fusion beider Wohnungs-Aktiengesellschaften könne es zu Service-Verschlechterungen und Mieterhöhungen kommen. Besonders beunruhigt den Mieterverein die ausdrückliche Ankündigung, von „ca. 1500 Privatisierungen je Jahr“ im LEG-Bestand. Das könne Verkäufe oder die Umwandlung in Eigentumswohnungen bedeuten. Die LEG NRW hatte zuletzt weder verkauft noch umgewandelt.

Wie sieht es mittel- bis langfristig aus?

Stärkere Probleme und Unsicherheiten für die Mieter sind laut Mieterverein zu befürchten, wenn das Zinsniveau wieder steige und Kursverluste von der Deutsche Wohnen AG abgefangen werden müssten, so Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mietervereins. Stabilität und Weiterentwicklung der LEG-Bestände haben auch für zahlreiche Stadtteile und Quartiere in Dortmund eine Schlüsselrolle, denn hier gibt es viele Ruhr-Lippe- und LEG- (Ex-Neue Heimat-)Bestände.

Welche Wohnungen gehören zur LEG?

Zur LEG-NRW gehören zum Beispiel 4500 von rund 5000 Wohnungen in Scharnhorst-Ost, der sogenannte Hannibal I an der Bornstraße, der Clarenberg in Hörde mit allein 1000 Wohnungen. „Die erforderliche positive Stadtteil- und Quartiersentwicklung hängt in Dortmund nun maßgeblich an den Entscheidungen der Wohnungsgiganten Vonovia und Deutsche Wohnen“, warnt Stücker.

Was sagt die Stadt Dortmund zu den Plänen?

Nicht viel. Die Stadt hält sich mit einer Bewertung zurück. Bislang laufe die Kooperation mit der LEG in Dortmund gut, stellte Stadtsprecher Frank Bußmann fest. Man warte auf genaue Auskünfte des möglichen Großunternehmens und darauf, wie es sich auf dem Markt präsentieren werde.

mit dpa-Material

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