"Fridays for Future"

Schüler demonstrieren auch in Dortmund für Klimaschutz und Kohleausstieg

Bereits am zweiten Freitag in Folge haben Schüler aus Dortmund und Umgebung im Rahmen von "Fridays for Future" für mehr Umweltbewusstsein protestiert. Und dafür die Schule geschwänzt.

Die Klimaschutz-Aktion "Fridays for Future" hatte schon am vergangenen Freitag (18.1.) rund 50 Schüler weiterführender Schulen in Dortmund und Umgebung auf dem Friedensplatz versammelt. Auch in dieser Woche (25.1.) nahmen viele Schüler der Oberstufe an der Schülerdemonstration teil.

Im Vergleich zum ersten Demonstrations-Freitag wuchs die Gruppe sogar noch, die vor dem Rathaus unter anderem gegen die Abholzung des Hambacher Forsts und für den Kohleausstieg demonstrierte. Kalten Temperaturen und grauem Himmel zum Trotz wollten zwischen 50 und 100 Schüler mit Plakaten, Mikrofon und Musik ein Zeichen dafür setzen, den Klimawandel ernst zu nehmen.

Nach Angaben der Veranstalter waren bis zu 200 Schüler bei der Veranstaltung am 25. Januar. Eine Woche zuvor seien 180 Jugendliche mit dabei gewesen.

Die Aktion kommt aus Schweden

Von 10 bis 13 Uhr soll freitags demonstriert werden. Angeregt wurde die Aktion durch die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg. Im August 2018 beschloss die damals 15-Jährige, bis zu den schwedischen Parlamentswahlen am 9. September die Schule zu schwänzen und sich mit einem Plakat mit dem Schriftzug "Schulstreik für das Klima" vor das Reichstagsgebäude in Stockholm zu stellen. Anfangs war sie täglich dort. Mittlerweile geht sie zwar wieder zur Schule, an Freitagen demonstriert sie aber noch immer regelmäßig, hielt außerdem im vergangenen Dezember eine Rede bei der UN-Klimakonferenz und reiste jüngst zum Weltwirtschaftsforum nach Davos.

Die Schüler in Dortmund machen auf ähnliche Themen aufmerksam wie Greta Thunberg, schwenken Plakate, auf denen Sätze stehen wie "Damit ich auch in Zukunft friere, wenn ich im Winter demonstriere."

Lehrer unterstützen das Engagement

Eine Gruppe von der Rudolf-Steiner-Schule am Rombergpark ist in dieser Woche zum ersten Mal dabei. Die Schüler sind aus der Stufe 13, haben also in wenigen Monaten ihre Abiturprüfungen. Jede Woche könnten sie darum nicht an den Demonstrationen teilnehmen. "Aber heute schwänzen wir Mathe", sagt Jana. "Unsere Lehrer wissen, wo wir sind und unterstützen die Aktion auch", erklärt Mira. Auf eine große Weltkarte, die sie spontan aus ihrem Klassenzimmer mitgenommen haben, schreiben sie mit schwarzem Filzstift "Rettet die Erde!".

Die Schüler des Gymnasiums Altlünen sind teilweise sogar vom Unterricht freigestellt, damit sie nach Dortmund fahren und an der Demo teilnehmen können. "Ich beschäftige mich vor allem mit dem Thema Veganismus, aber auch mit Klimapolitik, Kohle und Kraftwerken", sagt Maxime Wiktor.

Dass die jungen Demonstranten nicht in ihrer Freizeit, sondern während der Schulstunden demonstrieren, unterstützt nicht jeder. Die Schüler argumentieren, dass ihnen ein guter Schulabschluss auf einem zerstörten Planeten nicht viel nützt. In Baden Württemberg konterte die Junge Union im Dezember 2018, mit Schulschwänzen den Klimawandel zu bekämpfen sei in etwa so sinnvoll, wie mit einem Staubsauger durch die Sahara zu laufen. Die Junge Union Dortmund hingegen sieht keine Notwendigkeit, zu dem Thema kritisch Stellung zu nehmen.

Umweltbewusstsein schon in der Kita

Den jüngsten Demonstranten vor dem Rathaus stellte sich die Frage nach der Wichtigkeit verpasster Mathestunden am Freitag nicht. Die Kita Möhrenbande stand mit rund 15 Kindern in neongelben Warnwesten bereits zum zweiten Mal auf dem Friedensplatz. "Es geht schließlich auch um die jüngste Generation", sagt Steffen Immink, Erzieher in Ausbildung. "Wir wollen schon früh ein Verständnis für die Umwelt und für andere Lebewesen wecken." Auch im täglichen Kita-Leben achte man daher auf Nachhaltigkeit.

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