"Fridays for Future"

Schüler schwänzen für den Klimaschutz den Unterricht

Dortmund - Tausende Schüler haben am Freitag in Deutschland für besseren Umwelt- und Klimaschutz gestreikt. Auch in Dortmund schwänzten Schüler den Unterricht, um vor dem Rathaus zu protestieren.

Tausende Schüler und Studierende haben am Freitagmorgen (18. 1.) in mehr als 50 deutschen Städten für mehr Klimaschutz demonstriert. In Dortmund trafen sich mehr als 50 Schüler und Schülerinnen aus Dortmund und Umgebung vor dem Rathaus, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

Schule schwänzen und demonstrieren

Der Protest #FridaysForFuture veranlasste die Schüler, den Unterricht zu schwänzen und stattdessen zu demonstrieren. In Dortmund versammelten sich Schüler im Alter von 11 bis 19 Jahren vor dem Rathaus - mit bunten Flaggen, selbstgebastelten Plakaten und Lautsprechern.

Mit dem Spruch "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!" forderten sie lautstark, mehr gegen den Klimawandel zu unternehmen.

Schüler kämpfen für Hambacher Forst

Viele Schüler beziehen sich auch auf den Hambacher Forst, dessen geplante Abholzung für einen Braunkohletagebau auch Jugendliche in Dortmund verärgert.

"Wir sind auch oft auf Demos für Hambi", sagt Line (18), Schülerin am Gymnasium der Schweizer Allee. Hambi ist bekanntlich der Kosename des Hambacher Forsts. "Der Klimawandel wird weiterhin ignoriert. Er existiert zwar, aber keiner macht was. Wir wollen das ändern", sagt die 18-Jährige.

Eine Gruppe Sechstklässler mit Mundschutz und großen Plakaten fällt besonders auf. Obwohl sie die Jüngsten bei dem Protest sind, wollen sie große Veränderung: "Wir brauchen mehr wiederherstellbare Kraft, weil Erdöl und Kohle irgendwann aufgebraucht sind. In anderen Ländern sterben Menschen dafür," sagt ein 11-jähriger Schüler.

Mit der Zeit wächst die Gruppe vor dem Rathaus. Zu lauter Musik schwingen sie ihre mitgebrachten Schilder.

"Das hier ist wichtiger als Schule"

Die meisten von ihnen wurden nicht beurlaubt oder vom Unterricht befreit. Sie schwänzen bewusst die Schule: "Das hier ist wichtiger als die Schule. Wir wollen damit ein klares Zeichen setzen. Unsere Bildung ist quasi umsonst, wenn die Zukunft durch den Klimawandel eh zerstört wird", sagt Maja Iser, eine Oberstufenschülerin aus Dortmund.

Die Schüler könnten auch in ihrer Freizeit protestieren - aber das würde die Botschaft verfälschen, finden sie. Was bringe Schule, wenn die Menschheit sich sowieso kaputt mache?

Bio-Lebensmittel, weniger Plastik, öffentliche Verkehrsmittel

Viele der Schüler, die am Freitag protestierten, tun nach eigenen Angaben aber auch in ihrer Freizeit etwas für den Klimaschutz. Bewusst Bio-Lebensmittel und weniger Plastik zu kaufen oder öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen, sei für sie sehr wichtig.

Die Proteste im Rahmen der #FridaysForFuture-Aktionen, die von Jugendlichen organisiert werden, sollen nun - wenn möglich - jede Woche stattfinden.

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