Friedhofsteich liegt noch immer auf dem Trockenen

Wüste Gobi statt Wasser

Dortmund - Anderthalb Jahre mit kurzer Unterbrechung liegt der große Teich auf dem Hauptfriedhof auf dem Trockenen. Trotz Sanierung ging wieder Wasser verloren. Jetzt scheint man die Ursache gefunden zu haben.

Es könnte so schön sein, aber noch immer wächst dort, wo Wasser stehen sollte, eine Steppenwüste à la Gobi im großen Teich auf dem Hauptfriedhof. Die Vorgeschichte dazu wird immer länger. Wie das Gras am Teichboden.

Zu Erinnerung: Im November 2016 wurde der denkmalgeschützte Teich trockengelegt, weil er aufgrund undichter Stellen immer wieder Wasser verlor - bis zu 40.000 Liter pro Woche. Man schritt zügig zur Sanierung, bohrte zur Ursachenforschung Löcher in Boden und Wände und kam zu dem Schluss, dass das Wasser über die Wände entweicht. Also wurden die Fugen und Risse in den Wänden des Betonbeckens abgedichtet. Ein Jahr lang lag der Teich auf dem Trockenen.

Wasser floss erneut ins Nirwana

Im Dezember letzten Jahres war es dann endlich so weit. Zur Freude der Friedhofsbesucher lief wieder Wasser in das Becken, 1500 Kubikmeter, - und floss erneut ins Nirwana. Bis kurz vor Bodenniveau.

Also ging die Friedhofsverwaltung der Sache mithilfe von Experten nochmals auf den Grund. Dabei kam heraus: Das Wasser versickerte nicht durch die Wände, sondern doch durch den Boden. Es stellte sich heraus, dass der Teich an der tiefsten Stelle undicht war, doch das Leck musste man erst mal finden.

Jetzt weiß man, dass ein ganz neuer Boden in den Teich muss. "Da muss eine neue Abdichtung unten rein"" berichtet Ulrich Heynen, technischer Leiter der Dortmunder Friedhöfe, auf Anfrage. Die Ausschreibung des Auftrags sei unterwegs.

Wünschelruten-Gänger findet Wasserader

Parallel dazu hatte die Friedhofsverwaltung einen Wünschelruten-Gänger kommen lassen. "Der hat auch eine Wasserader in der Nähe des Teichs entdeckt", so Heynen. Die wolle man nun nutzen, um darüber den Teich mit Bodenwasser zu speisen. Dazu müsse man einen Brunnen bohren, für den noch eine Genehmigung einzuholen sei.

Wann wieder die Wasserfontänen auf dem Teich sprudeln, sich Karpfen im Wasser sprudeln und Trauerschwäne darauf ihre Runden drehen, darüber will Heynen keine Prognose abgeben.

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