Friseur-Debatte spaltet die Liga

Sammer: BVB ist in der Realität gelandet

Dortmund - Als "ganz normal" bezeichnet Matthias Sammer die aktuell schwächere BVB-Phase. Deutlich höhere Wellen schlägt ein Friseurbesuch in London, der in der Liga unterschiedlich wahrgenommen wird.

Der BVB hat nach 21 Spieltagen fünf Punkte Vorsprung auf Verfolger Bayern München, schwächelte in der Liga allerdings zuletzt und schied aus dem DFB-Pokal aus. Und im Champions-League-Achtelfinale gegen Tottenham Hotspur steht Dortmund nach der 0:3-Auswärtsniederlage vor dem Aus.

Vor allem, dass die Spieler sich vom englischen Starfriseur Sheldon Edwards am Tag vor dem Spiel in London die Haare schneiden ließen, sorgt aktuell für Gesprächsstoff. Gleich mehrere Trainer haben sich in der aktuellen Debatte zu Wort gemeldet. Matthias Sammer bleibt sachlich.

Christian Streich

"Nein, nein, nein. Die Konzentration ist nicht gestört, wenn mir jemand die Haare schneidet. Ich bin auch schon am Freitag zum Friseur gegangen. Bei mir dauert es zwar nur zehn Minuten, weil ich kaum noch Haare habe, aber bei denen ist es anders. Aber die Konzentration stört es nicht. Ganz im Gegenteil, die freuen sich, wenn sie beim Friseur waren und eine gute Frisur haben. Und dann freuen sie sich, dass sie gut aussehen. Das sind junge Kerle."

Friedhelm Funkel

"Es sind alles so Kleinigkeiten: Zwei Leute vergessen den Pass, einer verliert seine Bordkarte. Wo bin ich mit meinen Gedanken, wenn ich zu einem Champions League-Spiel nach Tottenham fahre? Das frage ich mich. Wahrscheinlich schon beim Friseur, der abends um 20 Uhr aufs Zimmer kommt. Keine Ahnung. Das war früher undenkbar und das darf es heute einfach auch nicht geben. Man hat so viel Zeit zum Friseur zu gehen, auch wenn der scheinbar in London lebt. Aber der kommt ja auch nach Dortmund und schneidet denen die Haare. Wahnsinn. Für 28 Euro, habe ich heute gelesen. Ob das stimmt, weiß ich natürlich nicht. Da zahle ich mehr."

Matthias Sammer (bei Eurosport)

"Jetzt ist man einen Tick unter dem Limit, aber das ist ganz normal innerhalb einer Saison. Das Wichtigste ist, in verschiedenen Phasen die Mitte anzustreben. Das muss Borussia Dortmund jetzt wieder schaffen. Borussia Dortmund ist in der Realität gelandet. Was in der Hinserie noch mit Glück zu Ende gespielt wurde, ist jetzt manchmal auch ein bisschen Pech oder ein individueller Fehler, durch den ein Punktverlust zustande kommt."

Mit dpa-Material

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