Fußballtrainer nennt Sternsinger (9) "schwul"

Bürgermeister äußert sich zu homophober Beleidigung

DORSTEN - Der Bericht über einen Neunjährigen, der von seinem Trainer beleidigt wurde, weil er sich bei den Sternsingern engagiert, hat in Dorsten ein großes Echo ausgelöst. Auch Bürgermeister Tobias Stockhoff Stellung zu dem Fall bezogen.

„Wer sich ehrenamtlich für eine gute Sache engagiert – egal wofür – darf deshalb nicht beleidigt werden“, äußert sich Stockhoff gegenüber der Dorstener Zeitung. Er beobachte seit Jahren, dass Vereine, Gruppen und Initiativen um die immer knapper werdende Freizeit von Kindern und Jugendlichen werben. „Solange sie dabei mit Qualität und guten Angeboten überzeugen, ist das in Ordnung. Es darf aber nicht sein, dass dabei andere Interessen und Initiativen verächtlich gemacht werden.“

Sich über den „wichtigen Dienst als Sternsinger“ lustig zu machen und den Begriff „schwul“ als Schmähung zu gebrauchen, sei „inakzeptabel und mit unseren gemeinsamen Werten ‚Menschenwürde, Demokratie und Respekt‘ grundsätzlich nicht vereinbar. Dem müssen wir als Stadtgemeinschaft deutlich gegenübertreten.“

Gleichwohl gelte auch: „Es ist leicht, sich aus der Ferne über diesen Vorfall zu empören.“ Mit Blick auf die Beteiligten, die nun im Mittelpunkt einer hitzig geführten Diskussion stehen, lädt der Bürgermeister beide Seiten zu einem klärenden Gespräch ein.

Rubriklistenbild: © Foto: Bernd Paulitschke

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