Gartenstadt-Radweg

Die ersten Bäume müssen dem neuen Radweg weichen

Gartenstadt - Die Arbeiten am Gartenstadt-Radweg haben begonnen. Seit Dienstag fallen daher reihenweise Bäume in der Dortmunder Gartenstadt der Kettensäge zum Opfer. Für Anwohner kamen die Arbeiten etwas überraschend.

In dieser Geschichte wird es nicht um Namen oder Schuld gehen. Ein Anwohner hat sich am Donnerstagmorgen in der Redaktion gemeldet und davon berichtet, dass in der südlichen Gartenstadt reihenweise Bäume gefällt werden. Dieser Anwohner möchte namentlich nicht genannt werden. Das ist sein gutes Recht. Dieser Anwohner wohnt seit fast vier Jahrzehnten in seinem Haus in der südlichen Gartenstadt, direkt gegenüber der Tennisplatz-Anlage. Zwischen seinem Grundstück und dem des Tennisklubs lag einst die Hoesch-Bahn-Strecke. In den vergangenen Jahren standen hier nur noch Bäume. Das ist seit dieser Woche anders.

Die meisten Bäume auf dieser Trasse zwischen Max-Eyth-Straße und Freiligrathstraße liegen oder sind gar nicht mehr da. Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat am Dienstag mit den Vorarbeiten für den geplanten Gartenstadt-Radweg begonnen, der hier verlaufen soll. "Die Trasse wird auf einer Breite von sieben Metern gerodet, kranke sowie nicht standsichere Bäume werden gefällt und dort abgelegter Müll wird entsorgt", teilt der RVR mit.

Auf der Grafik unten ist der Verlauf des Gartenstadt-Radweges zu sehen. Vom Phoenix-See geht's hoch durch die Gartenstadt (Bereich links oben):

Für den Anwohner ist dieser Umstand an sich kein Problem. "Der Radweg ist wunderbar", sagt er. Er wusste auch, dass der Weg quasi vor seiner Haustür entlangführen wird. Er stört sich daran, dass er vom RVR nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden ist, wann und wie es losgeht mit den vorbereitenden Arbeiten. Dass die Fällungen laut sind und man die Sägen und Bagger schon von Weitem hört, findet er auch nicht schlimm. Nur das Geräusch der Sägen, die die Baumstämme durchtrennen. "Das ist schlimmer als ein Zahnarztbohrer", sagt der Anwohner.

"Wir informieren über die Presse, über unsere Internetseite und über die sozialen Netzwerke", sagt RVR-Sprecherin Barbara Klask auf Anfrage. Handzettel hingegen verteile man nicht. Eine Information über einen solchen, persönlichen Weg hätte sich der Anwohner jedoch gewünscht. Die Briefe zur Grundsteuerabrechnung jedenfalls kämen regelmäßig und pünktlich bei ihm an. Die kommen zwar nicht vom RVR, gehen ihn aber genauso persönlich an wie die Veränderungen hinter seinem Haus. "Es geht mir auch gar nicht um die Tannen, die waren eh nicht mehr ganz gesund, sondern um die kleinen Bäume, in die so viele Vögel kommen", sagt der Anwohner. Er erhofft sich daher etwas Augenmaß.

Arbeiten dauern bis zum 28. Februar

Ein Nachbar, der ebenfalls schon seit Jahrzehnten in seinem Haus lebt, bemängelt die fehlende Information der Verantwortlichen. Was außerdem zusammen mit den Bäumen Stück für Stück wegfällt, ist der Schutz vor den Geräuschen, die vom Tennisplatz kommen.

Die Baumfällungen auf dem ersten, rund vier Kilometer langen Teilstück des Gartenstadt-Radweges werden laut RVR bis zum 28. Februar dauern. "Es handelt sich hierbei um Gefahrenbäume, die die Verkehrssicherheit des Radweges vor allem auch in Hinblick auf Stürme beeinträchtigen. Alle Maßnahmen sind von den zuständigen Behörden genehmigt. Die Naturschutzverbände und der Landschaftsbeirat wurden beteiligt. Es wurden umfangreiche Untersuchungen und Begleitpläne im Hinblick auf die heimische Fauna und Flora erstellt", teilt RVR-Sprecherin Barbara Klask mit. Darüber hinaus soll es Nachpflanzungen geben, Naturverjüngung und auch sonnige Bereiche.

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